Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Häufige Risikofaktoren erkennen und vorbeugen

Ein Mann beim Joggen. Sinnbild von Orävention für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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Veröffentlicht: 28/10/2026
Zuletzt aktualisiert: 28/10/2026

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO waren sie 2022 für rund 32 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Diese Erkrankungen entwickeln sich teilweise über Jahre unbemerkt und betreffen das Herz oder die Blutgefäße. Neben dem Alter und der genetischen Veranlagung beeinflussen vor allem die Lebensweise und Vorerkrankungen das Risiko, zu erkranken.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig auftreten, wie Sie mögliche Symptome erkennen und Ihre Herzgesundheit unterstützen können.

Was ist das Wichtigste zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen das Herz oder die Blutgefäße.
  • Das persönliche Risiko hängt von mehreren Faktoren ab. Der Lebensstil, Vorerkrankungen, das Alter und familiäre Vorbelastung wirken dabei zusammen.
  • Viele Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Rauchen und die Behandlung bestehender Risikofaktoren tragen zur Prävention bei.
  • Gene können eine Rolle spielen. Die meisten häufigen Erkrankungen werden jedoch nicht durch eine einzelne Genveränderung verursacht.

Was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassen unterschiedliche Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße. Einige entwickeln sich über viele Jahre und bleiben zunächst unbemerkt. Andere treten plötzlich auf oder bestehen bereits seit der Geburt. Hier finden Sie eine Liste der häufigsten Erkrankungen und akuten Ereignisse des Herz-Kreislauf-Systems:

ErkrankungEinfach erklärt
BluthochdruckBei einer Hypertonie ist der Blutdruck dauerhaft erhöht. Das Herz muss stärker pumpen und die Gefäße werden belastet.
ArterioskleroseDurch Ablagerungen in den Arterien verengen und verhärten sich die Gefäße.
Koronare Herzkrankheit (KHK)Sie gehört zu den ischämischen Herzkrankheiten. Die Herzkranzgefäße sind dabei verengt, sodass es zu Durchblutungsstörungen und zu wenig Sauerstoff im Herzmuskel kommen kann. Dabei können anfallsartige Brustschmerzen, ein Druckgefühl im Brustkorb oder Atemnot auftreten.
HerzinfarktEin Blutgefäß, das den Herzmuskel versorgt, wird meist plötzlich verschlossen. Dadurch erhält ein Teil des Herzmuskels zu wenig Sauerstoff und kann geschädigt werden.
HerzinsuffizienzBei einer Herzschwäche kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen.
HerzrhythmusstörungenDer Herzschlag ist zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig.
SchlaganfallEin Blutgefäß im Gehirn wird verschlossen oder reißt. Dadurch wird Hirngewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt oder durch eine Blutung geschädigt.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)Verengte Arterien beeinträchtigen vor allem den Blutfluss der Beine.

Weitere kardiovaskuläre Erkrankungen können die Herzklappen betreffen.

Kardiovaskulär bedeutet „das Herz und die Blutgefäße betreffend“. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind daher dasselbe wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Kardiovaskuläre Erkrankungen entstehen durch ein Zusammenspiel aus dem Lebensstil, Vorerkrankungen, Alter und der genetischen Veranlagung. Einige der kardiovaskulären Risikofaktoren lassen sich beeinflussen, andere kaum oder gar nicht.

Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören:

  • Rauchen: Tabakrauch schädigt die Gefäße und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • Alkoholkonsum: Ein hoher beziehungsweise gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum kann unter anderem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und weitere Herz-Kreislauf-Probleme begünstigen.
  • Luftverschmutzung: Eine langfristige Belastung durch Luftschadstoffe gehört zu den umweltbedingten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Bluthochdruck: Ein dauerhaft hoher Blutdruck belastet das Herz als Organ und die Gefäße.
  • Erhöhte Blutfette: Vor allem ein hoher LDL-Cholesterinwert kann Ablagerungen in den Arterien fördern.
  • Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte können langfristig die Blutgefäße schädigen.
  • Adipositas: Starkes Übergewicht tritt häufig gemeinsam mit Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen auf.
  • Körperliche Inaktivität: Bewegungsmangel kann Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes begünstigen.
  • Ungünstige Ernährung: Eine Ernährung mit viel Salz, freien Zuckern, gesättigten Fettsäuren und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann ungünstige Auswirkungen auf Blutdruck, Blutfette, Körpergewicht und Stoffwechsel haben.

  • höheres Lebensalter
  • familiäre Vorbelastung
  • bestimmte genetische Veränderungen
  • eine bereits bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, die das Risiko weiterer Ereignisse erhöht.

Was ist das kardiovaskuläre Risiko?

Das kardiovaskuläre Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein anderes kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden.

Für die Einschätzung werden mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet. Dazu gehören das Alter, der Blutdruck, Cholesterin, ob jemand raucht, Diabetes oder andere bestehende Erkrankungen hat. Ein einzelner Blutwert oder eine einzelne Genvariante reicht dafür nicht aus. Dabei unterscheiden Ärztinnen und Ärzte zwischen diesen Begriffen:

  • Risikofaktor: Er meint einen einzelnen Einflussfaktor, etwa Bluthochdruck.
  • Risikoprofil: Es setzt sich aus mehreren Risikofaktoren zusammen.
  • Gesamtrisiko: Es meint die persönliche Wahrscheinlichkeit, abgeleitet aus den obigen Parametern.

Welche Rolle spielen Gene für die Herzgesundheit?

Das Erbgut beeinflusst unter anderem die Funktion des Herzens, der Blutgefäße und des Fettstoffwechsels. Die meisten häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen jedoch multifaktoriell. Das bedeutet, dass mehrere Gene, der Lebensstil und weitere Einflüsse zusammenwirken.

Treten Herzkrankheiten familiär gehäuft auf, können genetische Faktoren beteiligt sein. Familien teilen aber auch ähnliche Lebensgewohnheiten, weshalb eine familiäre Vorbelastung kein Beweis für eine erbliche Herzkrankheit ist.

Eine genetische Prädisposition für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich zwar nicht verändern, aber durch einen gesunden Lebensstil und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung können andere Risikofaktoren reduziert werden. Für die ärztliche Einschätzung ist wichtig:

  • Welche Erkrankung trat auf?
  • Wie nah ist die betroffene Person verwandt?
  • In welchem Alter begann die Erkrankung?
  • Sind mehrere Angehörige betroffen?
  • Gab es Herzinfarkte oder ungeklärte Todesfälle in jungem Alter?

Welche Herzkrankheiten können erblich bedingt sein?

Einige seltene Herzerkrankungen werden stärker durch einzelne genetische Veränderungen geprägt. Zu ihnen gehören:

  • Familiäre Hypercholesterinämie: Bei dieser Erkrankung ist das LDL-Cholesterin aufgrund einer erblichen Störung des Fettstoffwechsels bereits von Geburt an erhöht. Bleibt sie unbehandelt, steigt dadurch das Risiko für frühe arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Hypertrophe Kardiomyopathie: Der Herzmuskel ist verdickt, was die Herzfunktion beeinträchtigen kann.
  • Dilatative Kardiomyopathie: Der Herzmuskel ist erweitert und die Pumpkraft kann vermindert sein.
  • Long-QT-Syndrom: Die elektrische Erregungsleitung des Herzens ist verändert. Dadurch können gefährliche Herzrhythmusstörungen entstehen.
  • Brugada-Syndrom: Diese seltene Erbkrankheit kann ebenfalls schwere Herzrhythmusstörungen begünstigen.
  • Arrhythmogene Kardiomyopathie: Veränderungen des Herzmuskelgewebes können Rhythmusstörungen und Herzschwäche verursachen.

Nicht jede Herzrhythmusstörung ist vererbbar. Auch ob eine Herzinsuffizienz vererbbar sein kann, hängt von ihrer Ursache ab.

Welche Symptome können auf Erkrankungen des Herzens hinweisen?

Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Erkrankung. Zu den möglichen Symptomen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gehören:

  • Brustschmerzen (Angina pectoris) oder Druckgefühl
  • Atemnot
  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • ungewöhnliche Leistungsschwäche
  • geschwollene Beine

Plötzliche starke Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen können auf einen Notfall hinweisen. Rufen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112.

Prävention: Wie lässt sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken?

Auch bei einem erhöhten genetischen Risiko können Sie aktiv dazu beitragen, Krankheiten des Kreislaufsystems vorzubeugen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen gesunde Gewohnheiten und die medizinische Vorsorge. Bei einer auffälligen Familiengeschichte oder dem Verdacht auf eine erbliche Herzkrankheit kann zusätzlich eine kardiologische oder humangenetische Abklärung sinnvoll sein. Das können Sie tun:

  • Nicht rauchen oder mit dem Rauchen aufhören
  • Regelmäßige körperliche Aktivität ausüben
  • Ausgewogen essen
  • Den Blutdruck kontrollieren
  • Die Werte für Blutfette und Blutzucker kennen
  • Bestehende Erkrankungen behandeln lassen
  • Die Familiengeschichte ärztlich ansprechen

Wann ist eine ärztliche oder humangenetische Abklärung sinnvoll?

Eine Abklärung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin kann in einigen Fällen sinnvoll sein. Lassen Sie sich beraten, wenn

  • mehrere nahe Angehörige von ähnlichen Herzkrankheiten betroffen sind,
  • Herzkrankheiten ungewöhnlich früh aufgetreten sind,
  • ungeklärte plötzliche Todesfälle in der Familie vorkamen,
  • bereits in jungen Jahren sehr hohe Cholesterinwerte festgestellt wurden,
  • eine Kardiomyopathie oder erbliche Herzrhythmusstörung vermutet wird oder
  • eine krankheitsrelevante genetische Veränderung in der Familie bekannt ist.

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