GOT-Blutwert: Bedeutung, erhöhte Werte und Tabelle zum AST-Leberwert
Veröffentlicht: 23/04/2025
Zuletzt aktualisiert: 08/06/2026
GOT ist ein Enzym, das dem Körper hilft, die Eiweißbausteine Aminosäuren zu verarbeiten. Hohe Werte können auf Probleme mit der Leber oder dem Herzen hinweisen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Normalwerte, welche Risikofaktoren die Leberwerte beeinflussen können und wie Sie Ihre Lebergesundheit verbessern können.
Das Wichtigste zu GOT im Überblick
- GOT ist ein Blutwert, der in Leber, Herz und Muskeln vorkommt. Er kann steigen, wenn Zellen in diesen Bereichen geschädigt werden.
- Erhöhte GOT-Werte können viele Ursachen haben. Dazu gehören Leberentzündungen, eine Fettleber, Alkohol, Medikamente, Muskelverletzungen oder starke körperliche Belastung.
- Ein einzelner GOT-Wert reicht nicht für eine Diagnose. Ärztinnen und Ärzte prüfen deshalb meist weitere Werte wie GPT, Gamma-GT oder AP.
Was ist die Bedeutung von GOT?
Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) ist ein Enzym, das dem Körper hilft, Proteine zu verarbeiten. Es ist auch als AST oder ASAT (Aspartat-Aminotransferase) bekannt. Es kommt hauptsächlich in der Leber, in den Nieren und in der Herz- und Skelettmuskulatur vor, wo es die Zellfunktion unterstützt.
Da GOT oder AS(A)T in mehreren Organen vorkommt, wird es oft zusammen mit anderen Leberwerten gemessen, darunter Gamma-GT und GPT. GPT ist ein eindeutigerer Wert für die Leber als GOT. Deshalb können die GOT- und GPT-Werte zusammen Auskunft darüber geben, ob es ein Problem mit der Leber gibt.
Warum ist der GOT-Wert für die Gesundheit der Leber wichtig?
Wenn Leberzellen etwa durch eine Leberentzündung, Fettleber oder Erkrankungen geschädigt werden oder absterben, gelangt das Enzym vermehrt in den Blutkreislauf. Im Blutbild lassen sich dann erhöhte GOT-Blutwerte feststellen. Sie können ein Warnzeichen für Probleme wie Hepatitis, eine Leberzirrhose, Fettleber, einen alkoholbedingten Leberschaden oder Herzerkrankungen sein.
Ist der GOT-Wert erhöht, ist das allerdings nicht gleich ein Grund zur Sorge: Auch Muskelverletzungen und übermäßiges Training können dazu führen, dass der GOT-Blutwert im Blut vorübergehend ansteigt.
Was zeigen andere Leberwerte und Quotienten an?
Der GOT-Wert ist ein wichtiger Marker für die Lebergesundheit, doch Ärztinnen und Ärzte messen in einem Bluttest noch weitere Werte, um verlässliche Aussagen zu erhalten. Dazu werden auch Gamma-GT (GGT) oder die alkalische Phosphatase gemessen. Sie helfen, etwa Gallenprobleme oder Knochenerkrankungen auszuschließen. Am wichtigsten ist in Verbindung mit GOT jedoch der GPT-Wert.
Das GOT/GPT-Verhältnis* – auch De-Ritis-Ratio genannt – kann dabei helfen, zusammen mit anderen Faktoren Genaueres über die Schädigungen an der Leber sagen zu können. Sind die GPT- oder GOT-Blutwerte erhöht, schauen Ärzte auf das Verhältnis und teilen den GOT- durch den GPT-Wert. Anhand dieser Richtlinien und zusammen mit der Krankengeschichte und den Symptomen können sie weitere Tests anordnen:
- Unter 1 (GPT > als GOT): Das Verhältnis kann auf leichte oder entzündliche Leberschäden hindeuten.
- 1:1 (GPT = GOT): Der Quotient gilt als normal. Sind beide Blutwerte hoch, kann er jedoch eine akute Virushepatitis oder Leberschäden anzeigen.
- Über 1 (GOT > GPT): Das Verhältnis könnte auf eine schwerere Zellschädigung hinweisen.
- Über 2:1: Dass GOT mehr als doppelt so hoch ist wie GPT, wird oft bei alkoholischen Lebererkrankungen beobachtet.
*Die Richtlinien sind dem Artikel Verhältnis von Serumaspartat zu Alanin-Aminotransferase entnommen.
Was bedeutet der GOT-Blutwert in der Tabelle?
GOT-Werte werden in Einheiten pro Liter (U/L) Blut gemessen. Die folgende Tabelle orientiert sich an den Werten des LADR und zeigt, welche Referenzwerte als normal oder erhöht gelten. Allerdings können sich die Werte je nach Alter, Geschlecht, Labor oder klinischem Kontext unterscheiden.

| AST-Werte (U/L) | Bewertung | Mögliche Ursachen |
| Unter 10 | Niedrig | Niedrige Werte meist nicht relevant |
| 10 bis 35 für Frauen 10 bis 50 für Männer | Normal | Wert im Referenzbereich meist unauffällig |
| 36 bis 105 für Frauen 51 bis 150 für Männer | Leicht erhöht | körperliche Anstrengung, Fettlebererkrankung, Muskelschäden, bestimmte Medikamente |
| über 105 Frauen über 150 für Männer | Erhöht bis stark erhöht | Hepatitis, alkoholbedingte Lebererkrankung, schwere Leberschädigung, Leberzirrhose, Herzinfarkt |
Bitte beachten Sie: Eine einzelne Messung ist oft nicht aussagekräftig genug, denn es ist auch möglich, dass das GOT im Serum kurzzeitig ansteigt. Der Artikel Erhöhte Leberwerte des LADR empfiehlt, hohe Leberwerte über einen Zeitraum von über 6 Monaten oder Erhöhungen um das Dreifache der normalen Werte ärztlich abklären zu lassen.
Wann ist ein Bluttest sinnvoll?
Ob GOT oder GPT erhöht sind, überprüfen Ärzte und Ärztinnen meistens dann mit einer Blutuntersuchung, wenn es Lebererkrankungen in der Familie oder Symptome für mögliche Leberschäden, eine Gallenerkrankung oder einen Herzinfarkt gibt. Zu möglichen Anzeichen gehören:
- dauerhafte Müdigkeit
- Schmerzen im rechten Oberbauch
- Augen oder Haut sind gelblich verfärbt
Weil die Symptome allein keine klare Ursache anzeigen, können die Werte im Blutplasma oder -serum mehr Auskunft geben – insbesondere dann, wenn es sich nicht um eine Einzelmessung handelt und sie über einen längeren Zeitraum beobachtet werden.
Wann ist der AST-Blutwert gefährlich?
Die GOT-Werte können sich je nach Geschlecht, Alter und individuellen Faktoren unterscheiden. Als Faustregel gilt, dass für Frauen ein Blutwert ab 105 und für Männer ab 150 U/L beobachtet und ärztlich abgeklärt werden sollte. Dahinter können sich schwere Erkrankungen wie eine Hepatitis-Infektion oder eine Leberzirrhose verbergen. Ein einzelner Messwert gibt jedoch kein umfassendes Bild, weshalb eine Ärztin oder ein Arzt weitere Untersuchungen anordnen kann.
Was sind mögliche Ursachen für erhöhte GOT-Werte?
Es gibt mehrere Gründe, warum sich der AST-Wert vorübergehend oder dauerhaft erhöhen kann. Manche sind harmlos oder umkehrbar, andere können lebensbedrohlich werden. Zu ihnen gehören:
- Stress bzw. körperliche Belastung oder Muskelverletzungen
- Gifte, z. B. Pilzgifte
- starker Alkoholkonsum
- bestimmte Medikamente
- Viruserkrankungen wie Hepatitis A, B, C, D und E
- nichtalkoholische Verfettung der Leber
- Leberzirrhose
- Selten auch Leberkrebs
Wenn Sie selbst mehrmals erhöhte Werte messen, Symptome wie starke Müdigkeit oder Erschöpfung, Schmerzen im rechten Oberbauch oder gelbliche Verfärbungen auf Haut oder Augen bemerken, wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin.
Wie können Sie die GOT-Blutwerte positiv beeinflussen?
Sie können möglichen Leberschäden frühzeitig entgegenwirken und die GOT-Blutwerte senken, indem Sie möglichst gesund leben. Hier finden Sie einige bewährte Tipps:
- Ernähren Sie sich abwechslungsreich: Essen Sie viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte sowie mageres Eiweiß. Vermeiden Sie zudem Lebensmittel, die der Leber schaden – etwa zu viel Zucker, ungesunde Fette und verarbeitete Nahrungsmittel.
- Trinken Sie wenig Alkohol: Er kann die Leberzellen schädigen und die AST-Werte erhöhen.
- Treiben Sie regelmäßig Sport: Körperliche Aktivität hilft, das Risiko einer Fettleber zu reduzieren und den Stoffwechsel zu verbessern.
- Halten Sie ein gesundes Gewicht: Übergewicht erhöht das Risiko für Lebererkrankungen. Daher kann das Abnehmen effektiv die kritischen Leberwerte senken.
- Vermeiden Sie unnötige Präparate: Einige Medikamente wie Schmerzmittel und Cholesterinsenker können die Leber belasten. Aber auch Nahrungsergänzungsmittel können hoch dosiert sein. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin.
- Behandeln Sie chronische Erkrankungen: Etwa Diabetes mellitus, hohes Cholesterin oder Hepatitis zu überwachen, ist wichtig, um die Leber zu schützen.
Welche medizinischen Behandlungen gibt es?
Wenn der GOT-Leberwert dauerhaft erhöht ist, behandelt die Ärztin oder der Arzt nicht den Blutwert selbst, sondern die Ursache dahinter. Dafür können weitere Blutwerte, eine Ultraschalluntersuchung oder Tests auf Hepatitis nötig sein. Je nach Befund kommen unterschiedliche Schritte infrage:
- Bei einer Fettleber steht meist eine Änderung des Lebensstils im Vordergrund. Dazu gehören weniger Alkohol, mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Gewichtsabnahme bei Übergewicht.
- Bei Hepatitis wird geprüft, welcher Erreger dahintersteckt. Je nach Hepatitis-Form kann eine gezielte Behandlung mit Medikamenten nötig sein.
- Bei Alkohol als Ursache ist es wichtig, den Alkoholkonsum deutlich zu reduzieren oder ganz zu beenden. Bei Abhängigkeit kann eine ärztlich begleitete Entwöhnung helfen.
- Bei Medikamenten als Auslöser kann die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob die Dosis angepasst oder ein anderes Mittel eingesetzt werden sollte. Setzen Sie verordnete Medikamente aber nicht eigenständig ab.
- Bei Muskelverletzungen oder starker körperlicher Belastung können Ruhe, Verlaufskontrollen und weitere Muskelwerte helfen, die Ursache einzuordnen.
- Bei Verdacht auf Herzprobleme werden andere Werte untersucht, zum Beispiel Troponin. GOT allein reicht dafür nicht aus.
- Bei schweren oder dauerhaft erhöhten Werten können weitere Untersuchungen nötig sein, etwa Ultraschall, zusätzliche Leberwerte oder eine Überweisung zur Fachärztin oder zum Facharzt.
Der GOT-Blutwert hilft dabei, die Gesundheit der Leber zu beurteilen. Wenn Sie den Laborwert regelmäßig kontrollieren, können mögliche Leberschäden früh erkannt und behandelt werden. Zusätzlich lässt sich die Leber mit einer gesunden Lebensweise wie einer ausgewogenen Ernährung, wenig Alkohol und viel Bewegung schützen.
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Der Test ersetzt keine ärztliche Abklärung erhöhter Leberwerte.
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