Eisenwert: Was bedeutet niedriges und hohes Eisen im Blut für Frauen und Männer?

Tabletten-Präparate für Eisen bilden das Wort "Iron" auf einem Tisch. Sinnbild für den Eisenwert im Blut.
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Veröffentlicht: 10/07/2026
Zuletzt aktualisiert: 10/07/2026

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Eisen spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper: Das essenzielle Spurenelement hilft dabei, Sauerstoff im Körper zu transportieren, und wird für den Energiestoffwechsel und das Immunsystem benötigt. Der Eisenwert im Blut gibt daher zusammen mit anderen Laborwerten wichtige Hinweise auf die Gesundheit. Sowohl ein Eisenmangel als auch eine Eisenüberladung können gesundheitliche Folgen haben. Hier erfahren Sie, was der Eisenwert bedeutet, welche Werte normal oder kritisch sind und was Sie zu Ihrem Eisenbedarf wissen sollten.

Was ist das Wichtigste zum Eisenwert im Überblick?

  • Der Eisenwert zeigt, wie viel Eisen aktuell im Blut vorhanden ist. Er kann jedoch im Tagesverlauf schwanken und wird deshalb zusammen mit anderen Messwerten bewertet.
  • Eisen ist wichtig für Blutbildung und Sauerstofftransport. Der Körper braucht es unter anderem für Hämoglobin, also den roten Blutfarbstoff, der Sauerstoff zu Organen und Geweben transportiert.
  • Ein Eisenwert ist nicht allein anhand einer Zahl „kritisch“. Entscheidend sind die Einheit, der Referenzbereich des Labors, weitere Werte wie die Transferrinsättigung, Hämoglobin, Ferritin und Transferrin im Blut sowie mögliche Beschwerden. Stark abweichende oder wiederholt auffällige Werte sollten ärztlich abgeklärt werden.

Welche Funktion hat Eisen im Körper?

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper braucht es unter anderem, um Hämoglobin zu bilden, den roten Blutfarbstoff in den Blutkörperchen. Hämoglobin bindet Sauerstoff und transportiert ihn zu Organen und Geweben. Sie werden im Knochenmark gebildet, wo Eisen gebraucht wird, um neue Blutzellen zu bilden.

Alte rote Blutkörperchen werden vor allem in der Milz abgebaut. Das dabei freigesetzte Eisen wird vom Körper wiederverwertet und unter anderem im Ferritin gespeichert. Wie viel Eisen im Körper vorhanden ist, kann mithilfe von Bluttests gemessen werden. Zwar benötigt der Körper nur geringe Mengen an Eisen, doch für die Zellen, Organe und Muskeln ist eine ausreichende Eisenversorgung sehr wichtig.

  • Sauerstofftransport: Hämoglobin bindet Sauerstoff in der Lunge und transportiert ihn über den Blutkreislauf zum Gewebe im gesamten Körper. Ohne ausreichend Eisen kann der Körper nicht genügend Hämoglobin herstellen, was zu einer Anämie (Blutarmut) führen kann. Auch die Muskelzellen benötigen Eisen, um Sauerstoff zu speichern und bei körperlicher Aktivität nach Bedarf freizusetzen. In Folge eines Eisenmangels können deshalb etwa Müdigkeit oder Kurzatmigkeit auftreten.
  • Energieproduktion: In den Zellen spielt das Spurenelement eine Rolle dabei, Nahrung durch Zellatmung in Energie umzuwandeln. So können die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ der Zellen, Energie produzieren.
  • Immunsystem: Auch Immunzellen werden mithilfe von Eisen gebildet. So wirkt Eisen bei der normalen Immunfunktion mit, die Infektionen abwehrt, Entzündungen lindert und Zellen vor oxidativen Schäden schützt. Ein Mangel kann die Infektanfälligkeit erhöhen.
  • Gehirnfunktion: Eisen ist außerdem an Prozessen im Nervensystem beteiligt. Ein Mangel kann sich unter anderem durch Konzentrationsprobleme oder verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar machen.

Wie lässt sich der Eisenwert testen?

Ein einfacher Bluttest reicht aus, um den Eisenwert zu bestimmen. Idealerweise sollten Sie ihn morgens und nüchtern durchführen, da der Eisenwert im Tagesverlauf schwankt. Um den Eisenhaushalt besser einzuordnen, werden häufig zusätzlich Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung und Hämoglobin bestimmt. Der Test kann etwa in einer Arztpraxis oder als Selbsttest für zu Hause mit anschließender Laboranalyse erfolgen. 

Welche Eisenwerte gibt es im Blut?

Der Eisenwert lässt sich mit einem Bluttest einfach messen. Allerdings reicht ein einzelner Laborwert jedoch meist nicht aus, um die Eisenversorgung sicher zu beurteilen, da der Gehalt im Tagesverlauf schwanken kann. Neben dem Eisenwert im Blut (Serumeisen) werden deshalb auch Ferritin als Eisenspeicher und Transferrin gemessen. Die wichtigsten Eisenwerte im Blut sind:

LaborwertWas zeigt er?Warum ist er wichtig?
Serumeisen (SI)aktueller Eisengehalt im BlutDer Eisenwert kann im Verlauf des Tages stark schwanken.
FerritinEisenspeicherEr zeigt an, wie viel Eisen im Körper gespeichert ist.
TransferrinTransporteiweiß für EisenGibt Hinweise auf den Eisentransport.
Transferrinsättigungzeigt, wie stark das Transporteiweiß mit Eisen beladen istHilft, einen möglichen Eisenmangel oder -überschuss einzuordnen.
Hämoglobinroter BlutfarbstoffKann Hinweise auf eine Anämie geben.
MCV/MCHrote BlutkörperchenSie helfen bei der Einordnung von Blutarmut.
CRPEntzündungswertEr kann einordnen, ob möglicherweise eine Entzündung Ferritin beeinflusst.

Eisenwert-Tabelle: Welche Laborwerte sind normal?

Die folgende Tabelle zeigt typische Referenzwerte für Serumeisen. Im internationalen Einheitssystem SI wird der Eisenwert in Mikromol pro Liter (µmol/L) angegeben, die konventionellen Einheiten nutzen Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl). Die folgenden altersabhängige Referenzintervalle stammen gerundet vom IMD-Labor in Berlin. Die Normalwerte können je nach Labor jedoch leicht abweichen.

Eisenwerte im Blut für Frauen und Männer in Mikromol pro Liter und Mikrogramm pro Deziliter.

AltersgruppeEisenwert FrauenEisenwert Männer
0–18 Jahre6,4 bis 33 µmol/L
35,7 bis 184,1 µg/dl
6,4 bis 33 µmol/L
35,7 bis 184,1 µg/dl
ab 18 Jahre9 bis 30,4 µmol/L
50,2 bis 169,6 µg/dl
11,6 bis 31,3 µmol/L
64,7 bis 174,7 µg/dl

Werte außerhalb des Referenzbereichs sollten immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten, Beschwerden und dem jeweiligen Laborbefund eingeordnet werden. Wiederholt auffällige oder stark abweichende Eisenwerte sollten Sie ärztlich abklären lassen.

Was bedeutet der Eisenwert in der Tabelle für Frauen?

Bei erwachsenen Frauen gilt das Serumeisen zwischen 50 und 170 µg/dl oder 9 und 30 µmol/L als Normalwert. Doch besonders bei Frauen kann der Eisenwert stark schwanken – zum Beispiel durch die Menstruation, Schwangerschaft oder eine eisenarme Ernährung. Ob diese Schwankungen normal sind, können Ärzte und Ärztinnen nur mit weiteren Laborwerten feststellen. Es kann dann sinnvoll sein, mehr Eisen über die Ernährung aufzunehmen.

Besonders Frauen im gebärfähigen Alter haben ein erhöhtes Risiko, durch eine geringe Eisenaufnahme an einer Eisenmangelanämie zu erkranken. Frauenärzte im Netz gehen davon aus, dass in Europa 10 Prozent der Frauen von ihr betroffen sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt erwachsenen Frauen, etwa 16 Milligramm Eisen pro Tag zu sich zu nehmen. In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf etwa deutlich erhöht, sodass schwangeren Frauen 27 Milligramm Eisen pro Tag empfohlen werden.

Was bedeutet ein niedriger Eisenwert?

Ist der Eisenwert im Blut zu niedrig, zeigt das an, dass dem Körper nicht genügend Eisen zur Verfügung steht. Das kann mit der Ernährung, einem erhöhten Bedarf an Eisen oder Erkrankungen in Verbindung stehen. Erniedrigte Eisenwerte sind bei einer einmaligen Messung oft kein Grund zur Sorge und können vielfältige Ursachen haben. Gründe für zu wenig Eisen im Blut sind etwa:

  • eine eisenarme Ernährung, u. a. vegetarisch oder vegan
  • ein Blutverlust, z. B. starke Menstruation oder häufige Blutspenden
  • ein erhöhter Bedarf, z. B. in der Schwangerschaft oder bei Leistungssportlerinnen und -sportlern
  • eine gestörte Eisenaufnahme im Darm, z. B. bei Erkrankungen wie Zöliakie
  • Chronische Erkrankungen und Entzündungen wie Rheuma

Bei einem Eisenmangel sind das Serumeisen und Ferritin häufig zu niedrig, während Transferrin erhöht sein kann. Ein leichter Mangel lässt sich oft dadurch beheben, dass mehr Eisen mit der Nahrung aufgenommen wird, etwa durch rotes Fleisch, Leber, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte. Zusammen mit Vitamin C kann der Körper Eisen besser aufnehmen. Tee, Kaffee und Milchprodukte können die Aufnahme jedoch hemmen.

Welche typischen Symptome treten bei Eisenmangel auf?

Sollte zu wenig Eisen im Körper vorhanden sein, äußert sich das oft erst nach einiger Zeit mit Symptomen, die nicht eindeutig einem Eisenmangel zugeordnet werden können. Zu den Beschwerden gehören unter anderem:

  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • Blasse Haut
  • Brüchige Nägel und Haarausfall
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Atemnot bei Belastung
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Glossitis (Zungenbrennen)

Ein dauerhafter Eisenmangel kann zu einer Eisenmangelanämie führen. Dabei ist nicht nur der Eisenwert zu niedrig, sondern es fehlen auch rote Blutkörperchen. Bleibt die Anämie unbehandelt, können Leistungseinbrüche, eine geschwächte Immunabwehr oder sogar Herzprobleme auftreten.

Was bedeuten hohe Eisenwerte möglicherweise?

Hohe Eisenwerte im Blut können auf eine Überladung hinweisen. Der Überschuss an Eisen kann mehrere Gründe haben und u. a. mit diesen Faktoren zusammenhängen:

  • Genetische Erkrankungen: Die Stoffwechselerkrankung Hämochromatose ist die häufigste Ursache. Sie ist eine meist erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt und das überschüssige Eisen in Organen wie Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse ablagert. Das kann langfristig zu Organschäden führen.
  • Häufige Bluttransfusionen: Sie sind häufig bei Erkrankungen wie Sichelzellenanämie oder Thalassämie erforderlich.
  • Überdosierung von Eisenpräparaten: Die Aufnahme von Eisen über hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel erfolgt oft ohne ärztliche Absprache.
  • Bestimmte Lebererkrankungen: Zu ihnen gehören die chronische Hepatitis oder Fettleber.

Was sind Symptome und Behandlungen bei einem Eisenüberschuss?

Die Anzeichen für eine Eisenüberladung zeigen sich oft erst über einen langen Zeitraum und lassen sich nur im Zusammenhang mit Bluttests einordnen. Dabei treten Symptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Kurzatmigkeit auf.

Erhöhte Eisenwerte können mit der Zeit lebenswichtige Organe schädigen und das Risiko für Leberschäden, Pankreatitis, Herzprobleme, Diabetes und Arthritis erhöhen. Um diese Folgen zu verhindern, können Ärztinnen und Ärzte verschiedene Maßnahmen zur Behandlung empfehlen:

  • Therapeutische Phlebotomie: Dabei werden öfter Blutentnahmen (Aderlass) durchgeführt, um den Eisenwert schrittweise zu senken.
  • Chelattherapie: Diese Medikamente können überschüssiges Eisen binden und dessen Ausscheidung über den Urin oder Stuhl unterstützen.
  • Ernährungsumstellung: Dabei können etwa eisenreiche Lebensmittel reduziert und Eisenpräparate vermieden werden. Auch die Aufnahme von Vitamin C kann gesenkt werden, da es die Eisenaufnahme fördert.

Wie hoch ist der tägliche Eisenbedarf?

Welche Eisenmenge Sie pro Tag benötigen, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Geschlecht und Ihrer Lebensphase ab. Die folgenden Referenzwerte für Eisen stammen vom empfohlenen Tagesbedarf der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

AltersgruppeEmpfohlene Eisenzufuhr für Männer (in mg/Tag)Empfohlene Eisenzufuhr für Frauen (in mg/Tag)
Jugendliche (13 bis 19 Jahre)1116
Erwachsene (19 bis 65 Jahre)1116*
Ältere Menschen (ab 65 Jahren)1114
Schwangere27
Stillende16

*Frauen, die keine Periode haben, weil sie beispielsweise die Pille durchgängig nehmen, oder bei denen die Menopause eingesetzt hat, wird eine Zufuhr von 14 Milligramm Eisen pro Tag empfohlen.

Diese Richtlinien dienen der allgemeinen Orientierung. Frühere Quellen empfahlen postmenopausalen Frauen ab 50, die Zufuhr auf 11 Milligramm Eisen pro Tag zu verringern. Laut der DGE zeigen neue Studien jedoch, dass die Bioverfügbarkeit von Eisen für postmenopausale Frauen niedriger ist, weshalb Ihnen aktuell 14 Milligramm täglich empfohlen werden.

Wenn Sie Symptome haben, unter einer Erkrankung leiden oder Eisen durch Nahrungsergänzungsmittel supplementieren möchten, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen, um Ihre individuellen Bedürfnisse zu ermitteln.

Welche Lebensmittel sind gute Quellen fürs Spurenelement Eisen?

Um den täglichen Eisenbedarf zu decken, sollte die Ernährung genügend Eisen enthalten. Die beiden Hauptarten von Eisen in Lebensmitteln sind Häm-Eisen aus tierischen Quellen und Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Quellen. Beide sind für eine ausgewogene Ernährung wichtig.

Der Körper nimmt Eisen hauptsächlich über den Dünndarm auf. Dabei ist Häm-Eisen für den menschlichen Körper leichter verwertbar als Nicht-Häm-Eisen.

  • Rotes Fleisch (Rind, Lamm, Schwein)
  • Geflügel (Huhn, Pute)
  • Fisch und Meeresfrüchte (Lachs, Thunfisch, Sardinen, Austern, Muscheln)
  • Leber und Innereien

  • Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Kichererbsen, schwarze Bohnen)
  • Tofu
  • Dunkles Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Kohl)
  • Angereicherte Zerealien und Getreide
  • Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam)

Tipp: Um die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen zu unterstützen, können Sie diese pflanzlichen Quellen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Orangen, Erdbeeren oder Paprika kombinieren.

Der Eisenwert kann wichtige Hinweise auf den Eisenhaushalt liefern, sollte aber nicht allein bewertet werden. Wichtig sind auch weitere Laborwerte wie Ferritin, Transferrin, die Transferrinsättigung und Hämoglobin. Niedrige Eisenwerte können langfristig zu Beschwerden wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder sogar Blutarmut führen. Zu viel Eisen hingegen kann auf Dauer den Organen schaden. Mit der richtigen Ernährung können gesunde Menschen diesen Folgen allerdings leicht vorbeugen. Bei Beschwerden oder wiederholt auffälligen Werten ist es sinnvoll, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

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