Osteoporose: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Eine gebückte Frau mit Rückenschmerzen als Sinnbild für Osteoporose.
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Veröffentlicht: 12/01/2026
Zuletzt aktualisiert: 12/01/2026

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Unsere Knochen tragen uns  bei jedem Schritt, beim Heben, jedem Moment, in dem wir aufrecht stehen. Doch mit den Jahren verlieren sie langsam an Festigkeit und Knochendichte. Werden die Knochen zu porös, brechen sie leichter. Mediziner sprechen dann von Osteoporose oder Knochenschwund. Davon sind besonders ältere Menschen betroffen. Hier erfahren Sie, wie DNA und Lebensweise zur Entstehung von Osteoporose beitragen, welche Symptome sich zeigen, welche Behandlungen es gibt und wie Sie Ihre Knochen mit einem gesunden Lebensstil schützen und stärken können.

Was ist das Wichtigste zu Osteoporose im Überblick?

  • Definition: Die Erkrankung Osteoporose lässt die Knochen brüchig werden. Dann können sie selbst bei alltäglichen Bewegungen brechen.
  • Ursachen: Das Alter, Hormone, die Ernährung, Bewegung, bestimmte Erkrankungen, Medikamente und Gene können Risikofaktoren sein.
  • Behandlung: Zur Osteoporose-Therapie gehören Medikamente, Hormonbehandlungen, Spritzen und Nahrungsergänzungsmittel. Sie helfen dabei, die Knochen wieder aufzubauen.
  • Prävention: Gesunde Gewohnheiten stärken die Knochen. Dazu gehören eine gute Ernährung, regelmäßiger Sport, der Verzicht aufs Rauchen und auf viel Alkohol oder Maßnahmen, um Stürze zu verhindern.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochen, bei der sie an Dichte verlieren. Sie wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Dabei werden die Knochen schwächer und können leicht brechen. Der Körper baut zwar altes Knochengewebe ab und ersetzt es durch neues, aber mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Prozess. Baut der Körper mehr Knochenmasse ab, als er neu bilden kann, werden die Knochen allmählich dünner und porös.

Zwar kann jeder an Osteoporose erkranken, aber am häufigsten tritt die Krankheit bei älteren Erwachsenen auf. Postmenopausale Frauen sind daher häufiger betroffen als Männer. Der Grund: Östrogen trägt als Hormon dazu bei, die Knochen stark zu halten, und der Östrogenspiegel sinkt während der Wechseljahre​. Doch auch Männer können Knochenschwund entwickeln, denn ihr Testosteronspiegel nimmt mit den Jahren ebenfalls ab.

Meistens entwickelt sich Osteoporose unbemerkt. Das macht sie heimtückisch, denn sie erhöht das Risiko deutlich, dass Knochen brechen – schon durch leichte Stürze, geringen Druck oder alltägliche Bewegungen.

Was sind die Symptome von Osteoporose?

In der Regel schreitet der Knochenverlust langsam voran. In den frühen Stadien verursacht er keine Schmerzen. Viele Menschen entdecken die Erkrankung erst, wenn ein Knochen bricht. Mögliche Anzeichen sind:

  • Rückenschmerzen oder Schmerzen im Rücken, oft verursacht durch winzige Brüche in der Wirbelsäule.
  • Geringere Körpergröße, weil die Wirbelsäule sich zusammendrückt.
  • Gebeugte oder gekrümmte Körperhaltung, die auch einen sogenannten Osteoporose-Bauch verursachen kann
  • Knochen brechen leichter als erwartet, selbst bei kleinen Stürzen oder einfachen Bewegungen wie Bücken, Heben oder Husten.
  • Besonders häufig sind Brüche am Handgelenk und an der Hüfte
  • Beschwerden bei bereits leichtem Druck in den Fingern

Was verursacht Osteoporose?

Es gibt verschiedene Ursachen, die dazu führen, dass die Knochen schwächer werden. Dazu gehören etwa hormonelle und altersbedingte Risikofaktoren für Osteoporose, Gewohnheiten sowie Krankheiten und Medikamente. Wenn sie sich im Laufe der Zeit verstärken, kann der Körper das Knochengewebe nicht mehr so schnell ersetzen, wie es verloren geht. Die Knochendichte nimmt allmählich ab. Wenn es keinen anderen Grund für den Knochenschwund gibt, spricht man von einer primären Osteoporose. Eine sekundäre Osteoporose hingegen ist oft die Folge einer anderen Erkrankung oder entsteht durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Zu den Risikofaktoren von Osteoporose gehören:

  • Verlangsamter Knochenaufbau mit zunehmendem Alter
  • Weniger Östrogen fördert Osteoporose bei postmenopausalen Frauen
  • Niedrigeres Testosteron bei älteren Männern
  • Mangel an Calcium oder Vitamin D durch die Ernährung
  • Bewegungsmangel oder Sie sind über längere Zeit körperlich inaktiv
  • Rauchen
  • Viel Alkohol
  • Gestörte Nährstoffaufnahme aufgrund von Schilddrüsenerkrankungen, Verdauungsproblemen oder Autoimmunerkrankungen
  • Steroidmedikamente verlangsamen den Knochenaufbau, wenn Sie sie über längere Zeit einnehmen.

Kann Ihre DNA Ihr Osteoporose-Risiko erhöhen?

Unsere Gene haben einen Einfluss darauf, wie stark unsere Knochen sind und wie schnell sie mit der Zeit an Dichte verlieren. Osteoporose ist teilweise vererbbar und Ihr Risiko, daran zu erkranken, steigt, wenn die Erkrankung bei nahen Verwandten bereits aufgetaucht ist. Dabei wirken sich bestimmte vererbte Merkmale auf die Knochengesundheit aus, darunter:

  • Wie gut der Körper Calcium aufnimmt und verwertet.
  • Wie die Knochen von Natur aus aufgebaut sind und wie dick sie sind.
  • Welche Hormonmuster Ihre Knochenstärke unterstützen.

Doch neben den Genen tragen auch regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum dazu bei, die Knochen zu stärken. So lässt sich das genetische Risiko verringern und Osteoporose vorbeugen.

Wie wird Osteoporose diagnostiziert?

Die genaueste Methode der Diagnostik ist eine Knochendichtemessung. Ärzte nennen sie DEXA-Scan oder DXA-Messung. Sie ist schmerzfrei und erzeugt Bilder. Dabei wird gemessen, wie viele Mineralien in den Knochen gespeichert sind. Das hilft Ärztinnen, abzuschätzen, wie hoch das Risiko für Knochenbrüche ist. Die Knochendichtemessung wird in der Regel folgenden Personen empfohlen:

  • Frauen nach den Wechseljahren.
  • Erwachsene, die häufig oder unerwartet Knochenbrüche erleiden.
  • Menschen, die über einen längeren Zeitraum Steroidmedikamente einnehmen.
  • Menschen mit einer starken familiären Vorbelastung für Knochenschwund.

In einigen Fällen sind zusätzliche Blutuntersuchungen nötig. Mit ihnen prüft Ihre Ärztin, ob es Probleme mit Kalzium und Vitamin D, Schilddrüsenhormonen oder anderen Faktoren gibt, die Ihre Knochengesundheit beeinflussen.

Welche Werte sind beim T-Score normal?

Die Ergebnisse des DEXA-Scan zur Knochendichtemessung werden als T-Score angegeben. Der T-Score zeigt die Differenz zwischen der Knochenmineraldichte und 0, was dem Wert eines gesunden jungen Erwachsenen entspricht. Je niedriger der Wert ist, desto höher ist das Risiko für Brüche. Die folgenden Werte zur Knochenmineraldichte orientieren sich an der NIH.

T-ScoreBedeutung
-1 oder mehrgesunde Knochen
-1 bis -2,5Osteopenie, Vorstufe zu Osteoporose
-2,5 oder wenigerwahrscheinlich Osteoporose

Wie verläuft die Therapie der Osteoporose?

Medizinische Behandlungen helfen dabei, schwache Knochen zu stärken und das Risiko für Knochenbrüche zu senken. Ihr Arzt kann Ihnen eine oder mehrere Behandlungen empfehlen – je nach Ihren Ergebnissen bei der Knochendichtemessung, Ihrem Alter und Ihrem Gesamtrisiko. Zu den gängigen Medikamenten und Behandlungen gehören:

  • Bisphosphonate: Diese Medikamente verlangsamen den Knochenabbau. Sie tragen dazu bei, Knochenbrüchen vorzubeugen.
  • Hormonbezogene Therapie: Ärzte empfehlen sie häufig nach den Wechseljahren. Sie unterstützt die Knochenstärke und hilft dabei, eine gesündere Knochendichte zu erhalten.
  • Knochenaufbauende Injektionen: Diese Medikamente fördern das Wachstum neuer Knochen. Sie kommen besonders bei Menschen mit schwerem Knochenverlust zum Einsatz.
  • Calcium- und Vitamin-D-Präparate: Ihr Arzt verschreibt sie, wenn Ihre tägliche Zufuhr zu gering ist.

Welche Änderungen des Lebensstils helfen bei Osteoporose?

Ihre täglichen Gewohnheiten können die Knochenstärke unterstützen – egal, ob zur Vorbeugung von Osteoporose oder wenn Sie bereits an Knochenschwund leiden. Anpassungen des Lebensstils wirken zusammen mit der medizinischen Osteoporose-Behandlung. Sie helfen Ihnen dabei, die Knochendichte zu verbessern. Zu den Gewohnheiten, die gesündere Knochen fördern, gehören:

  • Gesunde Ernährung: Wählen Sie Nahrung, die reich an Kalzium ist, sowie Lebensmittel mit Vitamin D, z. B. Milchprodukte, Blattgemüse, angereicherte Cerealien und Fisch mit weichen Gräten. Verbringen Sie im Sommer kurze Zeit im Sonnenlicht, damit der Körper Vitamin D produzieren kann, oder erwägen Sie Vitamin-D-Präparate im Winter.
  • Regelmäßige Bewegung: Bleiben Sie aktiv mit Übungen, die Muskeln aufbauen und das Gleichgewicht fördern. Gewichttragende Übungen wie Gehen, Treppensteigen und Krafttraining regen Ihren Körper dazu an, das Knochengewebe zu stärken. Gleichzeitig verringern Sie die Sturzgefahr.
  • Schädliche Gewohnheiten meiden: Rauchen Sie nicht und vermeiden Sie es, zu viel Alkohol zu trinken. Beides kann die Knochenstruktur allmählich schwächen.
  • Sturzschutz: Verbessern Sie Ihr Gleichgewicht und gestalten Sie Ihre Wohnumgebung sicherer. Bereits ein kleiner Sturz kann zu einer schweren Fraktur führen, wenn Ihre Knochen geschwächt sind.

Wann sollten Sie eine Ärztin aufsuchen?

Die frühen Stadien von Osteoporose sind möglicherweise nicht erkennbar, doch bestimmte Veränderungen können Anzeichen für Osteoporose sein. Sie sollten mit einer Ärztin sprechen, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Ihre Knochen brechen​ häufig, selbst bei kleinen Stürzen oder leichtem Druck.
  • Sie haben chronische Rückenschmerzen, die nicht zu Ihren Aktivitäten passen.
  • Sie werden kleiner oder nehmen eine allmählich gebeugte Haltung ein.

Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Knochenschwäche, sollten Sie bei Routineuntersuchungen nach Ihrer Knochengesundheit fragen. Die Osteoporose-Vorsorge bietet Ihnen eine bessere Chance, weiteren Knochenverlust zu verhindern.

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