Luteinisierendes Hormon LH: Bedeutung, Eisprung, Werte

Zwei Frauen verfolgen den Zyklus über eine App. Sinnbild für das luteinisierende Hormon LH.
Avatar photo

Veröffentlicht: 25/02/2026
Zuletzt aktualisiert: 25/02/2026

Wissenschaftlich geprüft

Unsere Redaktionsrichtlinien ansehen

Das luteinisierende Hormon (LH) steuert wichtige Funktionen wie den Eisprung, die Testosteronproduktion und die Fruchtbarkeit. Hier lesen Sie mehr zum LH-Hormon: Sie erfahren, welche Funktion es hat, wie normale Werte aussehen und welche Bedeutung erhöhte oder niedrige Werte haben.

Was ist das Wichtigste zu LH im Überblick?

Das luteinisierende Hormon (kurz LH) hilft dabei, den Eisprung bei Frauen zu steuern. Beim Mann beeinflusst es auch die Bildung von Testosteron. Die Werte sind bei den Geschlechtern unterschiedlich und ändern sich mit dem Alter und der Phase des Menstruationszyklus. Ärztinnen und Ärzte messen das Hormon häufig, wenn ein unerfüllter Kinderwunsch besteht oder wenn die Pubertät stark verzögert einsetzt.

Was ist das LH-Hormon?

Die Abkürzung LH steht für luteinisierendes Hormon und wird manchmal auch Lutropin genannt. Der Botenstoff wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) an der Basis des Gehirns produziert. Sobald es ins Blut gelangt, wandert LH bei Frauen zu den Eierstöcken und bei Männern zu den Hoden. LH gehört zusammen mit dem follikelstimulierenden Hormon (FSH) zu den Gonadotropinen. Diese Hormone regen die Aktivität der Keimdrüsen an.

LH ist zwar immer im Körper vorhanden, doch der Spiegel steigt und fällt je nach Geschlecht und Alter. Besonders gut lassen sich die Veränderungen im Verlauf des Menstruationszyklus beobachten.

Das Signal zur Freisetzung von LH entsteht im Hypothalamus, der im Gehirn als eine Art Hormonkontrollzentrum fungiert. Dort wird in kleinen Schüben ein Hormon namens GnRH ausgeschüttet, das die Hypophyse dazu bringt, LH freizusetzen. Das System funktioniert wie eine Rückkopplungsschleife: Verändert sich der Spiegel von Östrogen, Progesteron oder Testosteron, passt das Gehirn auch die LH-Ausschüttung an.

Bei Frauen wirken LH und FSH zusammen, um den Zyklus zu regulieren und die Ovulation auszulösen. Bei Männern stimuliert LH die Hoden, um Testosteron zu produzieren, und unterstützt so die Spermienproduktion. Das LH-Hormon zählt wie das follikelstimulierende Hormon zu den Gonadotropinen.

Wie verändert sich der LH-Spiegel bei Frauen?

LH ist bei Frauen im gebärfähigen Alter eng mit dem Menstruationszyklus verbunden. In der ersten Zyklushälfte, während der Reifung der Eizelle im Eierstock, bleibt der Hormonspiegel eher niedrig. Kurz vor dem Eisprung kommt es zum LH-Anstieg. Dabei folgt die hormonelle Produktion diesem LH-Verlauf:

  • Follikelphase: Es ist wenig LH vorhanden, während Follikel reifen.
  • Ovulationsphase: Es gibt einen starken Anstieg um den Eisprung herum. Die erhöhte Konzentration veranlasst den Eierstock, die reife Eizelle freizugeben.
  • Lutealphase: Danach unterstützt LH die Gelbkörper-Bildung. Er ist eine temporäre Hormonzelle, die Progesteron produziert, um die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.
  • Menopause: Während der Wechseljahre steigen die Werte an, weil die Eierstöcke nicht mehr so aktiv sind.

Wie wirkt LH bei Männern?

Beim Mann stimuliert LH die Leydig-Zellen des Hodens. Werden diese Zellen stimuliert, steigt der Testosteronspiegel.

Testosteron unterstützt die Produktion von Spermien, die sexuelle Entwicklung, die Libido und die körperliche Kraft. Bleibt der LH-Wert beim Mann gering, kann auch der Testosteronspiegel sinken – mit Folgen für Fruchtbarkeit und allgemeine Gesundheit.

Beim Mann bleibt der LH-Wert im Laufe der Zeit relativ konstant, kann jedoch im Alter leicht ansteigen. Liegen die Werte außerhalb des erwarteten Bereichs, schauen sich Ärzte in der Regel die Hoden oder die Hypophyse genauer an und messen dazu typischerweise auch den Testosteronspiegel.

Was sind LH-Normwerte im Überblick?

Wie bereits erwähnt, hängt der Blutwert von LH von mehreren Faktoren ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Referenzbereiche für das LH-Hormon nach Geschlecht, Alter und Zyklusphase. Die Referenzwerte für Blut stammen vom IMD-Labor in Potsdam, können in anderen Laboren jedoch leicht abweichen. Sie werden in Einheiten pro Liter (U/l) gemessen.

Tabelle mit den Referenzwerten des luteinisierenden Hormons LH.
Alter / PhaseLH-Normwert bei FrauenLH-Normwert bei Männern
18 bis 99 Jahre2,0 bis 100,0 U/l0,57 bis 12,1 U/l
Follikelphase2,0 bis 10,0 U/l
Ovulationsphase10,0 bis 100,0 U/l
Lutealphase2,0 bis 10,0 U/l
Postmenopauseüber 10 U/l

Wie werden die Werte des luteinisierenden Hormons gemessen?

Die Bestimmung von LH erfolgt normalerweise mit einem Bluttest. Hierfür wird eine kleine Blutprobe aus einer Vene entnommen, die anschließend im Labor analysiert wird. Der LH-Test wird angeordnet, um Informationen bei folgenden Fragestellungen zu sammeln:

  • Fruchtbarkeit der Frau
  • Unregelmäßige Menstruationszyklen
  • Niedriger Testosteronspiegel
  • Mögliche Störungen der Hirnanhangdrüse

Bei Frauen ist der Zeitpunkt für den Test entscheidend, da der LH-Wert im Laufe des Zyklus schwankt. Weil der Anstieg des luteinisierenden Hormons gut vorhersehbar ist, wird der LH-Test häufig genutzt, um den Zeitpunkt des Eisprungs abzuschätzen – besonders bei Frauen, die schwanger werden möchten. Manchmal sind wiederholte Messungen nötig.

Der LH-Spiegel lässt sich mithilfe von Ovulationstests auch zu Hause überprüfen. Diese Urinstreifen helfen dabei, die fruchtbarsten Tage im Zyklus zu identifizieren.

Welche Faktoren können den LH-Spiegel beeinflussen?

Es gibt viele Faktoren, die sich auf den LH-Wert auswirken können. Zu ihnen gehören:

  • Alter
  • Menstruationszyklus
  • Langfristiger Stress
  • Signifikanter Gewichtsverlust
  • Adipositas
  • Intensives Ausdauertraining
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Hormonmedikamente

Was bedeutet ein geringer LH-Spiegel?

Eine geringere hormonelle Konzentration weist darauf hin, dass das Gehirn weniger starke Signale an die Eierstöcke oder Hoden sendet. Dadurch kann auch weniger Östrogen oder Testosteron produziert werden. Ein LH-Mangel tritt häufig zusammen mit einem niedrigen FSH-Wert auf, weil beide Hormone von denselben Zellen in der Hypophyse gebildet werden. Mögliche Ursachen hierfür sind:

  • Störungen der Hypophyse (hypogonadotroper Hypogonadismus)
  • Probleme mit dem Hypothalamus
  • Langfristiger körperlicher oder emotionaler Stress
  • Erhöhtes Prolaktin
  • Sehr geringes Körpergewicht oder Unterernährung
  • Intensives körperliches Training
  • Bestimmte Medikamente
  • Einige genetische Erkrankungen, wie z. B. das Kallmann-Syndrom

Mithilfe einer ärztlichen Untersuchung lassen sich die zugrunde liegende Ursache finden und über die nächsten Schritte entscheiden.

Welche Symptome können bei einem niedrigen LH-Wert auftreten?

Die Anzeichen für einen Mangel sind eher unspezifisch und hängen davon ab, welche Sexualhormone reduziert sind. Bei Jugendlichen kann die Pubertät verzögert auftreten und somit die sexuelle Entwicklung verlangsamen. Bei Männern und Frauen treten unterschiedliche Beschwerden auf.

Anzeichen geringen LHs bei Frauen

  • Unregelmäßige Zyklen
  • Unvorhersehbarer oder ausbleibender Eisprung
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden

Anzeichen geringen LHs bei Männern

  • Geringe Libido
  • Reduzierte Muskelmasse
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Geringere Spermienzahl

Welche Gründe hat ein hoher LH-Wert?

Ein hoher LH-Wert bedeutet häufig, dass die Eierstöcke oder Hoden nicht ausreichend auf die Hormonreize reagieren. Als Reaktion darauf erhöht das Gehirn die LH-Produktion, um sie stärker zu stimulieren. Bei Frauen tritt ein erhöhter LH-Wert häufig auf bei:

Bei Männern können erhöhte LH-Werte auf Hodenschäden oder das Klinefelter-Syndrom hinweisen, eine Anomalie der Chromosomen. Erhöhtes LH kann aber auch die Folge einer Chemotherapie oder Bestrahlung sein.

Welche Symptome treten bei einem hohen LH-Wert auf?

Die Anzeichen sind häufig weniger auf den LH-Spiegel selbst zurückzuführen, sondern auf einen niedrigen Östrogen- oder Testosteronspiegel. Er äußert sich unterschiedlich bei den Geschlechtern.

Anzeichen einer hohen LH-Produktion bei Frauen

  • Störungen des Menstruationszyklus
  • Verminderte Fruchtbarkeit
  • Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen

Anzeichen einer hohen LH-Produktion bei Männern

  • Geringere Libido
  • Weniger Energie, Erschöpfung
  • Fruchtbarkeitsprobleme

Sprechen Sie bei Beschwerden am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie können die Hormonwerte messen, beurteilen und anhand der Symptome sowie der Krankengeschichte entscheiden, ob weitere Untersuchungen oder Behandlungen nötig sind.

Wann sollten Sie das LH-Hormon testen lassen?

Erwägen Sie einen Arztbesuch, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden
  • Sehr geringe Libido
  • Anzeichen für einen niedrigen Testosteronspiegel
  • Bedenken hinsichtlich einer frühen oder verzögerten Pubertät

Wenn Sie mehr über Ihre hormonellen Einflussfaktoren wissen möchten, kann ein DNA-Test hilfreiche Einblicke geben – etwa in Gene, die an der Hormonregulation beteiligt sind. Der Wellness-DNA-Test gibt Ihnen zudem hilfreiche Tipps, um langfristig gesund zu bleiben.

FAQs

Diesen Artikel teilen
Empfohlene Produkte