Kaffee-Unverträglichkeit: Symptome und warum manche Menschen Kaffee nicht vertragen

Ein junger Mann trinkt eine Tasse Kaffee. Sinnbild für Kaffee-Unverträglichkeit.
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Veröffentlicht: 13/02/2026
Zuletzt aktualisiert: 13/02/2026

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Trinken Sie morgens auch erst einmal eine Tasse Kaffee, um wach zu werden? Koffein hilft, in Schwung zu kommen oder sich besser zu konzentrieren, doch die Reaktionen fallen völlig unterschiedlich aus. Manche Menschen trinken spät abends noch Kaffee und schlafen trotzdem problemlos ein, andere reagieren empfindlich, werden schon nach einer Tasse nervös, bekommen Herzrasen oder leiden unter Magenschmerzen. 

Hier lesen Sie, wie sich Koffein im Körper auf die Energie und Verdauung auswirkt, was die Lebensweise und DNA mit der Kaffeeunverträglichkeit zu tun haben und welche Beschwerden auftreten können.

Was ist das Wichtigste zur Unverträglichkeit gegenüber Kaffee?

Koffein blockiert Müdigkeitssignale im Gehirn, macht wach, regt Herz und Verdauung an und wirkt leicht harntreibend. Bei manchen Menschen treten nach dem Trinken von Kaffee jedoch Symptome wie Bauchschmerzen oder Durchfall auf. Achten Sie darauf, wie Ihr Körper auf Kaffee reagiert, und passen Sie Ihre Gewohnheiten entsprechend an. Entkoffeinierter Kaffee und schonende Zubereitungsarten können bei einer Empfindlichkeit eine Alternative sein.

Wie ist die Wirkung des Kaffees im Körper?

Kaffee, Espresso, Cappuccino und alle Varianten des Getränks enthalten Koffein, das für seine anregende Wirkung verantwortlich ist. Wenn Sie Kaffee trinken, nimmt der Körper das Koffein schnell über den Magen und den Dünndarm auf. Es gelangt in den Blutkreislauf und erreicht das Gehirn innerhalb von 30 bis 60 Minuten. Dabei wirkt es sich vielfältig auf den Körper aus:

  • Gehirnleistung: Koffein blockiert Adenosin, ein Hormon, das Schlafsignale sendet. Dadurch steigen Wachsamkeit und Konzentration. Viele Menschen spüren auch einen kleinen „Schub“, wenn der Dopaminspiegel steigt.
  • Herz und Blutgefäße: Das Koffein im Kaffee kann die Herzfrequenz und den Blutdruck leicht erhöhen. Für die meisten Menschen ist das harmlos. Wer jedoch empfindlich auf Koffein reagiert, kann Herzklopfen oder einen schnelleren Puls bekommen.
  • Verdauungssystem: Kaffee regt die Produktion von Magensäure an, was die Verdauung beschleunigen kann, manchmal aber auch Sodbrennen oder Magenschmerzen verursacht.
  • Energiefreisetzung: Durch die Ausschüttung von Adrenalin, dem Hormon für Alarmbereitschaft, sorgt der Wirkstoff für einen vorübergehenden Energieschub und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit.
  • Stoffwechsel: Koffein kann den Stoffwechsel und den Fettabbau leicht anregen – ein Grund, warum Kaffee häufig mit Abnehmen in Verbindung gebracht wird.
  • Harndrang: Koffeinhaltige Getränke wirken leicht harntreibend, sodass Sie möglicherweise häufiger zur Toilette gehen müssen.

Wie kann Koffein Ihre Leistungsfähigkeit beeinflussen?

Koffein ist ein natürliches Stimulans und hilft Ihnen, sich wacher und konzentrierter zu fühlen, weil es Müdigkeitssignale im Gehirn dämpft. Gleichzeitig werden mehr Hormone wie Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet, die Konzentration, Reaktionszeit und die Stimmung kurzzeitig verbessern. Dadurch entsteht oft ein vorübergehender Energieschub, der sowohl für die mentale Fitness als auch bei körperlicher Aktivität hilfreich sein kann.

Wie stark der Effekt ist und wie lange er anhält, ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen verspüren einen schnellen, starken Energieschub, andere erleben eher eine gleichmäßige, länger anhaltende Wirkung. Sobald sie nachlässt und der Adenosinspiegel wieder steigt, kann es zu einem leichten „Absturz“ kommen. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum über einen längeren Zeitraum kann der Effekt auch nachlassen.

Wie wirkt sich Kaffee auf die Verdauung aus?

Kaffee stimuliert die Muskeln in Magen und Darm und unterstützt die Verdauung. Bei manchen Menschen führt das zu einer leicht abführenden Wirkung oder häufigerem Stuhlgang. Andere haben Krämpfe, Blähungen oder Durchfall nach Kaffee – besonders, wenn sie größere Mengen davon getrunken haben.

Koffein erhöht auch die Produktion von Magensäure, was manchmal Sodbrennen, sauren Reflux oder allgemeine Magenbeschwerden verursachen kann. Das gilt besonders, wenn Sie Kaffee auf nüchternen Magen trinken. Menschen mit einer Koffeinunverträglichkeit oder einer Kaffee-Unverträglichkeit spüren diese Nebenwirkungen möglicherweise stärker.

Wie beeinflussen Gene die Reaktion auf Koffein?

Die Koffeinempfindlichkeit beschreibt, wie stark der Körper auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke reagiert. Die Genetik spielt dabei eine zentrale Rolle und macht die Reaktion sehr individuell. Dabei gibt es zwei Hauptfaktoren:

  • Wie schnell das Koffein abgebaut wird
  • Wie empfindlich das Gehirn gegenüber dem Wirkstoff ist

Geschwindigkeit des Koffein-Stoffwechsels

Etwa 90 Prozent des Koffeins werden in der Leber durch ein Enzym (CYP1A2) abgebaut. Variationen des CYP1A2-Gens beeinflussen, wie schnell das Koffein den Körper verlässt.

Manche Menschen bauen es schnell ab. Bei ihnen wird das Koffein rasch ausgeschieden, sodass die Wirkung kürzer und mögliche Nebenwirkungen milder ausfallen. Bei Menschen mit einem langsameren Stoffwechsel bleibt das Koffein länger im Körper. Selbst wenn sie den Kaffee bereits früh am Tag getrunken haben, können Nervosität, Unruhe oder Schlaflosigkeit auftreten.

Empfindlichkeit des Gehirns

Ein Gen namens ADORA2A bewirkt, wie empfindlich Ihr Gehirn auf Koffein reagiert. Es steuert die Adenosinrezeptoren im Gehirn. Normalerweise signalisieren diese Rezeptoren dem Körper, langsamer zu werden und sich auszuruhen. Weil Koffein sie blockiert, fühlen Sie sich nach dem Kaffeekonsum jedoch wach.

Wer empfindliche Adenosinrezeptoren hat, fühlt sich oft schon nach kleinen Mengen Koffein nervös, innerlich unruhig oder überdreht und schläft schlechter ein oder durch. Wer weniger empfindliche Rezeptoren hat, verspürt eher eine mildere Wirkung, die den Schlaf nicht stört.

Mit der Zeit kann der Körper sich an Koffein gewöhnen, sodass Sie mehr brauchen, um den gleichen Effekt zu spüren.

Andere genetische Einflüsse

Es gibt noch andere Gene, die die Wirkung von Kaffee oder Koffein beeinflussen. Varianten in BDNF, SLC6A4 und bestimmten dopaminbezogenen Genen wirken sich auf die Laune, Konzentration und die Häufigkeit des Kaffeetrinkens aus. Die Gene geben auch Hinweise darauf, warum manche Menschen mehr Kaffee benötigen, um die Effekte zu bemerken, als andere.

Was sind die Symptome einer Kaffeeunverträglichkeit?

Eine Frau mit Koffeintoleranz mit Bauchschmerzen und Kaffeebecher in der Hand.
Foto: Freepik

Um herauszufinden, ob Sie schlechter auf Kaffee reagieren, sollten Sie sich nach dem Trinken des Kaffees beobachten. Das können Anzeichen für eine Sensitivität gegenüber Kaffee sein:

  • Unruhe
  • Nervosität
  • ein komisches Gefühl oder Unwohlsein
  • Schwindel
  • Bauchschmerzen
  • Darmprobleme, Durchfall
  • Blähungen
  • Übelkeit

Wie lässt sich eine Koffeinunverträglichkeit testen?

Es gibt derzeit keinen Standardtest, mit dem sich eine Kaffee-Unverträglichkeit eindeutig nachweisen lässt. Die zuverlässigste Methode ist, mit einem Ernährungstagebuch oder einer Auslassdiät zu überprüfen, welche Lebensmittel die Symptome verursachen könnten.

Gentests können jedoch wertvolle Erkenntnisse liefern. Tests, die etwa CYP1A2- und ADORA2A-Genvarianten untersuchen, können beispielsweise Hinweise darauf liefern, ob Ihre spezifischen Genotypen mit einer Kaffeeintoleranz in Verbindung stehen könnten.

Wie können Sie mit einer Kaffee-Unverträglichkeit umgehen?

Sobald Sie Ihre Empfindlichkeit kennen, können Sie Ihre Symptome reduzieren und Anpassungen im Alltag vornehmen, um den Körper zu entlasten – auch wenn Sie plötzlich eine Intoleranz entwickeln. Typische Maßnahmen sind etwa:

  • Weniger Kaffee trinken: Anstatt komplett auf Kaffee zu verzichten, kann es einigen Betroffenen schon helfen, weniger Tassen Kaffee pro Tag zu trinken. Andere wiederum empfinden ein Cold Brew, das über Nacht zieht, im Gegensatz zu dem Heißgetränk als magenschonend.
  • Sorten wechseln: Es kann hilfreich sein, verschiedene Kaffeesorten oder eine andere Zubereitungsart auszuprobieren. Manche Kaffeebohnen sind schonender für den Magen und enthalten weniger Säure.
  • Alternativen finden: Entkoffeinierter Kaffee und andere schonende, säurearme Getränke wie grüner Tee sind allerdings leichter verträglich. 
  • Etiketten überprüfen: Koffein steckt in Getränken, Lebensmitteln und einigen Medikamenten. Achten Sie daher auf die Gesamtzufuhr in den Produkten, die Sie zu sich nehmen.
  • Tageszeit beachten: Wenn Sie Kaffee früher am Tag trinken, verringern sich Unruhe und Schlafstörungen. Als Faustregel gilt: kein Kaffee nach 16:00 Uhr.
  • Kaffee mit Mahlzeiten trinken: Der Konsum von Kaffee mit Essen kann die Koffeinaufnahme verlangsamen und die Wirkung abschwächen.
  • Genügend Wasser trinken: Wasser kann helfen, Nervosität oder Zittern zu minimieren.
  • Auf den Körper hören: Passen Sie Ihre Gewohnheiten an Ihre Verträglichkeit an, nicht die Routine anderer.

Weisen Beschwerden nach Kaffee immer auf eine Unverträglichkeit hin?

Manche Menschen, die Symptome einer Kaffeeunverträglichkeit zeigen, reagieren auf andere Inhaltsstoffe im Kaffee. Manche Menschen reagieren auf andere Bestandteile im Kaffee, etwa auf Säuren oder auf die Freisetzung von körpereigenem Histamin. Bei einer Histaminintoleranz können Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Hautreaktionen auftreten.

In seltenen Fällen kann auch eine Allergie gegenüber Kaffee vorliegen – eine Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Kaffee.  Zu den Symptomen einer Kaffeeallergie können Juckreiz, Hautausschlag oder in schweren Fällen sogar Atembeschwerden gehören. Eine echte Allergie ist extrem selten, wird aber manchmal mit einer Kaffee Unverträglichkeit verwechselt.

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