Progesteron: Funktion, Wirkung, Normalwerte
Veröffentlicht: 08/01/2026
Zuletzt aktualisiert: 08/01/2026
Progesteron ist ein weibliches Hormon, das eine Rolle im Fortpflanzungssystem spielt, den Menstruationszyklus im Körper steuert und eine Schwangerschaft vorbereitet. Hier erfahren Sie, welche Wirkung Progesteron im Körper hat, welche Normalwerte gelten und was passiert, wenn der Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Außerdem lesen Sie, welche Faktoren den Progesteronspiegel beeinflussen und wann eine Untersuchung sinnvoll sein kann.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zur Laktoseintoleranz?
- Definition: Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit von Milchzucker. Sie ist hingegen keine Allergie gegen Milcheiweiß und verläuft viel milder.
- Ursache: ist meist ein Mangel am Enzym Laktase, das eigentlich Laktose in Glukose und Galaktose spaltet.
- Symptome: Die häufigsten Symptome zeigen sich bald nach dem Verzehr von Milchprodukten.
- Behandlung: Vorbeugen lässt sich Laktoseunverträglichkeit nicht, aber die Symptome sind meistens durch Ernährung und Laktasepräparate kontrollierbar.
Was ist das Wichtigste zu Progesteron im Überblick?
- Bedeutung: Progesteron steuert den weiblichen Zyklus, bereitet die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vor und erhält das hormonelle Gleichgewicht sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
- Wirkung: Während des Zyklus schwankt der Progesteronspiegel: Er steigt nach dem Eisprung an. In der Schwangerschaft erreicht er besonders hohe Werte. Frauen nach der Menopause und Männer haben hingegen deutlich niedrigere Werte.
- Hohe und niedrige Werte: Ein Mangel oder ein zu hoher Progesteronspiegel kann verschiedene Beschwerden verursachen, etwa Stimmungsschwankungen, eine unregelmäßige Periode, Verlust der Libido oder Müdigkeit.
Was ist Progesteron?
Progesteron ist ein natürliches Sexualhormon, das bei Frauen viele Körperfunktionen reguliert. Da es nach dem Eisprung von einem Gelbkörper produziert wird, wird es auch Gelbkörperhormon genannt. Das Hormon wird hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet, doch während der Schwangerschaft übernimmt die Plazenta diese Aufgabe. Kleinere Mengen des Hormons entstehen auch in den Nebennieren.
Männer bilden ebenfalls Progesteron, allerdings in geringeren Mengen. Bei ihnen entsteht das Gelbkörperhormon hauptsächlich in den Nebennieren und in den Hoden.
Welche Aufgabe hat Progesteron im Zyklus?
Nach dem Eisprung bereitet Progesteron die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Es regt die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) dazu an, sich zu verdicken, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Nachdem die Eizelle den Follikel verlassen hat, wandelt sich dieser in den Gelbkörper (Corpus luteum) um, der Progesteron produziert und so optimale Bedingungen für die Einnistung schafft.
Wird keine Eizelle befruchtet, sinkt das Progesteron. Die Gebärmutterschleimhaut wird dann abgebaut und die Periode setzt ein. Kommt es hingegen zu einer Schwangerschaft, wird mehr Progesteron gebildet. Zunächst sorgt der Gelbkörper dafür, später übernimmt die Plazenta die Hormonproduktion. Im dritten Trimester erreicht das Hormon seinen Höchststand und unterstützt die Entwicklung des Babys.
Welche Funktion hat Progesteron im Körper?
Das Hormon beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Die wichtigsten Aufgaben im Überblick sind:
- Fortpflanzung: Bei Frauen steuert Progesteron den Menstruationszyklus und wirkt dem Einfluss von Östrogen entgegen. Bei Männern hilft Progesteron, Spermien zu bilden, und balanciert das Verhältnis zwischen Testosteron und Östrogen aus.
- Knochengesundheit: Progesteron wirkt mit anderen Hormonen zusammen, um die Knochendichte zu erhalten und den Knochenstoffwechsel zu fördern.
- Stoffwechsel: Studien weisen darauf hin, dass es den Stoffwechsel reguliert und eine normale Schilddrüsenfunktion unterstützt.
- Mentale Gesundheit: Progesteron hat eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn, was den Schlaf verbessern und Ängste reduzieren kann.
Welche Werte des Progesteronspiegels gelten als normal?
Der Progesteronspiegel verändert sich je nach Geschlecht, Lebensphase und Zyklusabschnitt. Die Normalwerte können je nach Labor leicht abweichen. Die folgenden Werte im Blut für Frauen richten sich nach dem Dokument Referenzbereiche Standort Potsdam des IMD:
| Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere | Progesteron in nmol/l | Progesteron in ng/ml |
| Follikelphase | bis 3,18 | bis 1,00 |
| Ovulationsphase | bis 9,54 | bis 3,00 |
| Lutealphase | bis 31,8 | bis 10,0 |
| Postmenopause | bis 0,95 | bis 0,30 |
| Schwangere im 1. Trimester | 35,0 bis 141 | 11,0 bis 44,3 |
| Schwangere im 2. Trimester | 80,8 bis 265 | 25,4 bis 83,3 |
| Schwangere im 3. Trimester | 187 bis 681 | 58,8 bis 214 |
Bei Männern und Frauen nach der Menopause liegt der Wert in der Regel unter 3,18 nmol/l oder unter 1 ng/ml.
Wie wird der Progesteronspiegel gemessen?
Der Progesteronwert lässt sich mit einem einfachen Bluttest bestimmen. Ärztinnen und Ärzte führen ihn meist eine Woche vor Beginn der nächsten Periode in der Lutealphase durch, wenn der Progesteronspiegel am höchsten ist. Das Ergebnis zeigt, ob ein Eisprung stattgefunden hat und ob die Hormone insgesamt im Gleichgewicht sind.
Was passiert, wenn der Progesteronspiegel zu niedrig ist?
Ein Progesteronmangel kann sich auf verschiedene Körperbereiche auswirken:
- Fortpflanzungssystem: Zyklusstörungen, starke Regelblutungen oder Schwierigkeiten mit dem Kinderwunsch und eine Schwangerschaft zu halten.
- Hormonhaushalt: Dauerhaft niedrige Progesteronwerte können den Einfluss von Östrogen (Östrogendominanz) und Symptome wie Brustspannen, Blähungen oder Schwankungen beim Gewicht auslösen.
- Gehirn und Stimmung: Da Progesteron die Neurochemie beeinflusst, können Reizbarkeit, Ängste oder depressive Verstimmungen entstehen.
Was sind die Symptome von Progesteronmangel?
Zu ihnen gehören:
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Stärkere Blutungen als gewöhnlich
- Schwierigkeiten, schwanger zu werden oder eine Schwangerschaft aufrechtzuerhalten
- Fehlgeburten
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Angstgefühle
- Übermäßige Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Schlafstörungen
- Blähungen oder Wassereinlagerungen
- Empfindliche Brüste
Wie kommt ein Mangel an Progesteron zustande?
Es gibt viele Faktoren, die dazu führen können, dass der Progesteronspiegel sinkt. Zu ihnen gehören:
- Unregelmäßiger oder fehlender Eisprung: Wenn kein Eisprung stattfindet, bilden die Eierstöcke weniger Progesteron.
- Eileiterschwangerschaft: Eine befruchtete Eizelle nistet sich an der falschen Stelle ein, wodurch die Produktion von Progesteron gestört wird.
- Alter und Perimenopause: Mit zunehmendem Alter und in den Wechseljahren fällt die Hormonproduktion natürlicherweise ab.
- Chronischer Stress: Dauerstress beeinflusst die Bildung von Hormonen und kann die Progesteronproduktion hemmen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion kann dazu führen, dass Progesteron sinkt.
- Erkrankungen: PCOS, Übergewicht oder andere Störungen der Fortpflanzungsorgane wirken sich ebenfalls negativ auf die Hormonproduktion aus.
- Medikamente: Hormonbehandlungen, Steroide oder bestimmte Präparate zur Fruchtbarkeitssteigerung können den natürlichen Progesteronspiegel verändern.
Bei Männern können Störungen der Nebennieren oder Hoden den Progesteronwert senken.
Welche Folgen hat eine erhöhte Menge an Progesteron?
Ein hoher Progesteronwert ist während der Schwangerschaft vollkommen normal und unterstützt die Entwicklung des Babys. Steigt der Spiegel jedoch außerhalb einer Schwangerschaft an, kann das bestimmte körperliche Veränderungen und Beschwerden auslösen, etwa:
- Verdauungsbeschwerden: Manche Menschen reagieren mit Blähungen oder Wassereinlagerungen.
- Müdigkeit: Ein dauerhaft hoher Progesteronspiegel kann Antriebslosigkeit führen.
- Brustbeschwerden: Häufig kommt es zu Schwellungen oder erhöhter Empfindlichkeit.
- Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit oder emotionale Veränderungen können ebenfalls auftreten.
- Unregelmäßiger Zyklus: Bei Frauen, die nicht schwanger sind, kann der Hormonüberschuss den Menstruationszyklus durcheinanderbringen.
Welche Symptome treten bei erhöhtem Progesteron auf?
Die Anzeichen des hohen Progesteronspiegels ähneln oft denen einer frühen Schwangerschaft oder den Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase). Zu möglichen Symptomen gehören:
- Empfindliche Brüste oder Spannungsgefühl
- Blähungen oder ein drückendes Gefühl im Unterleib
- Erhöhte Schläfrigkeit und Energielosigkeit
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
- Leichte Kopfschmerzen
- Veränderungen des Appetits
- Akne oder fettigere Haut
- Eine leicht erhöhte Körpertemperatur
- Ein verringertes sexuelles Verlangen
Was sorgt für einen Überschuss an Progesteron?
Ein hoher Progesteronspiegel kommt seltener vor, kann aber verschiedene Ursachen haben:
- Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft steigt Progesteron auf natürliche Weise stark an.
- Hormontherapie: Medikamente, die bei Kinderwunsch, als Empfängnisverhütung oder in den Wechseljahren eingesetzt werden.
- Eierstockzysten: Besonders Zysten, die sich nach dem Eisprung bilden, können die Hormonproduktion steigern.
- Nebennierenerkrankungen: Eine Funktionsstörung kann die Progesteronproduktion erhöhen.
- Tumore: In seltenen Fällen verursachen Eierstock- oder Nebennierentumore einen übermäßigen Anstieg.
Welche Faktoren beeinflussen den Progesteronspiegel insgesamt?
Die Progesteronproduktion hängt stark von hormonellen und körperlichen Einflüssen ab. Zu den wichtigsten zählen:
- Eisprung: Progesteron wird erst nach dem Eisprung gebildet. Wird der Eisprung gestört, sinkt der Hormonspiegel – etwa bei unregelmäßigen Zyklen oder hormonellem Ungleichgewicht.
- Stress: Langanhaltender Stress kann die Bildung von Sexualhormonen hemmen und zu einem Progesteronmangel führen.
- Alter: Während der Perimenopause und Menopause sinkt der Hormonwert.
- Schwangerschaft: In dieser Zeit steigt der Progesteronspiegel stetig an, um die Gebärmutterschleimhaut zu stabilisieren und das Embryo zu schützen.
- Gesundheitliche Probleme: Eine Schilddrüsenunterfunktion, PCOS oder andere Eierstockerkrankungen können die Hormonproduktion beeinträchtigen.
- Medikamente: Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, Fruchtbarkeitsbehandlungen oder andere Arzneimittel können Veränderungen auslösen.
Wann ist es sinnvoll, Progesteron ärztlich abklären zu lassen?
Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn
- Ihr Zyklus unregelmäßig ist
- Sie häufig müde sind oder schlecht schlafen
- Sie Stimmungsschwankungen bemerken oder
- Sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.
Diese Anzeichen können auf ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen, das sich über eine Blutuntersuchung leicht überprüfen lässt.
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