Prämenstruelles Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung von PMS

Eine Frau isst Burger in der Phase des prämenstruellen Syndroms (PMS).
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Veröffentlicht: 14/04/2026
Zuletzt aktualisiert: 14/04/2026

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Viele Frauen spüren in den Tagen vor der Menstruation körperliche und emotionale Veränderungen. Dieses Muster wird als prämenstruelles Syndrom (kurz PMS) bezeichnet. Bei einigen Betroffenen bleiben die Anzeichen leicht, bei anderen schränken sie den Alltag spürbar ein. Hier lesen Sie mehr zu den Ursachen sowie den typischen Symptomen und wie sich Beschwerden lindern lassen, um diese Phase besser zu bewältigen.

Was ist das Wichtigste zum prämenstruellen Syndrom?

  • Bedeutung: PMS steht für das prämenstruelle Syndrom, bei dem durch Hormone vor der Menstruation körperliche, emotionale und psychische Symptome auftreten können.
  • Einflüsse und Ursachen: Verschiedene Faktoren wie Stress oder die Ernährung können die PMS-Beschwerden lindern oder verschlimmern.
  • Maßnahmen: Leichte Anpassungen im Lebensstil, emotionale sowie soziale Unterstützung und eine ärztliche Betreuung können helfen, den Alltag vor der Regelblutung zu erleichtern.

Was ist PMS?

Das prämenstruelle Syndrom (auf Englisch auch premenstrual syndrome) beschreibt eine Gruppe körperlicher, emotionaler und verhaltensbezogener Symptome, die Tage oder Wochen vor der Menstruation auftreten. Sie stehen mit natürlichen Hormonschwankungen im Zyklus in Verbindung. Besonders nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte bereitet sich der Körper auf die nächste Periode vor.

Viele Frauen erleben ein regelmäßiges Muster: Die PMS‑Symptome lassen in der Regel nach, sobald die Periode beginnt. Manche verspüren nur leichte Veränderungen, andere fühlen sich körperlich oder psychisch so belastet, dass Arbeit, Familie oder Gesundheit darunter leiden.

Eine sehr ausgeprägte Form gilt als prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS. Sie verstärkt häufig bestehende Anzeichen, beeinflusst die mentale Gesundheit deutlich und kann Depressionen oder Angstzustände verstärken, sodass eine ärztliche Behandlung empfehlenswert ist.

Was sind die Ursachen des prämenstruellen Syndroms?

Das prämenstruelle Syndrom entsteht nicht durch eine einzelne Ursache. Stattdessen wirken verschiedene hormonelle, chemische und lebensstilbezogene Faktoren zusammen, die vor der Periode zu Unwohlsein führen. Zu ihnen gehören:

  • Hormonelle Veränderungen: Insbesondere Schwankungen der Hormone Östrogen und Progesteron nach dem Eisprung lösen viele der körperlichen und emotionalen Belastungen aus.
  • Botenstoffe im Gehirn: Hormone beeinflussen körpereigene Neurotransmitter wie Serotonin. Serotonin wirkt auf die Stimmung, den Schlaf und den Appetit. Sinkt der Serotoninspiegel, können Reizbarkeit, Müdigkeit, Heißhunger oder eine schlechte Stimmung entstehen.
  • Genetisch bedingte Empfindlichkeit gegenüber Hormonen: Einige Frauen reagieren empfindlicher auf hormonelle Veränderungen. Bestimmte Genvarianten können dazu führen, dass Gehirn oder Gebärmutter stärker reagieren, was Krämpfe, Stimmungsschwankungen oder Wassereinlagerungen verstärken kann.
  • Lebensstilfaktoren: Viel Stress, wenig Bewegung oder unregelmäßiger Schlaf können PMS verschlimmern.
  • Ernährung: Studien zeigen, dass eine sehr zuckerreiche Ernährung die Symptome verstärken kann. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte hingegen entlasten den Körper häufig.
  • Nährstoffmangel: Niedrige Werte von Magnesium, Vitamin B6 oder Kalzium werden von Forschenden mit PMS in Verbindung gebracht.
  • Grunderkrankungen: Depressionen, Angstzustände oder Schilddrüsenerkrankungen können die Symptome vor der Periode verstärken und schwerer kontrollierbar machen.

Was sind die Symptome von PMS?

Frauen mit PMS erleben oft körperliche und psychische Beschwerden. Das Muster wiederholt sich normalerweise in jedem Zyklus, die Intensität kann jedoch variieren. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit
  • Unterleibsschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Angstgefühle oder ungewöhnliche Weinerlichkeit
  • erhöhte emotionale Empfindlichkeit oder Überforderung
  • Blähungen oder Brustspannen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit
  • wenig Motivation oder geistige Erschöpfung
  • Veränderungen des Appetits, etwa Heißhunger oder geringerer Essensdrang

Was sind die möglichen Folgen von PMS?

Ein mildes PMS fühlt sich oft wie eine vorübergehende Belastung an. Wenn die Beschwerden stärker sind, können sie verschiedene Lebensbereiche beeinflussen, darunter:

  • Beziehungen: Reizbarkeit oder emotionale Empfindlichkeit können zu Konflikten oder Missverständnissen führen.
  • Arbeit oder Schule: Müdigkeit, Schmerzen oder Konzentrationsprobleme erschweren konzentriertes Arbeiten.
  • Schlaf: Schlafstörungen können zusätzliche Erschöpfung verursachen.

Wie wird PMS diagnostiziert?

Es gibt keinen spezifischen Test zur Diagnose von PMS. Ärztinnen beobachten die PMS-Symptome über einen längeren Zeitraum. Sie fragen häufig nach Mustern in mindestens zwei Menstruationszyklen, um zu sehen, ob die Beschwerden regelmäßig vor der Periode auftreten. Ein Fragebogen hilft oft dabei, die Anzeichen einzuordnen.

Zudem kann betroffenen Frauen ein Symptomtagebuch dabei helfen, festzuhalten, wie die Stimmung, die Energie, der Schlaf oder Brustschmerzen, Kopfschmerz oder Blähungen sich täglich verändern. Mit der Zeit wird möglicherweise ein Muster deutlich.

Ärzte schließen in der Regel auch Erkrankungen aus, die ähnliche Symptome verursachen können, etwa Schilddrüsenstörungen, Depressionen oder Angstzustände. So lässt sich die Ursache genauer bestimmen und behandeln.

Welche Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten gibt es?

Viele Frauen lindern PMS, indem sie Lebensgewohnheiten anpassen und bei Bedarf medizinische Unterstützung nutzen. Bereits kleine Veränderungen können über einen längeren Zeitraum eine große Wirkung zeigen. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität verbessert die Laune und kann Schmerzen reduzieren.
  • Ausgewogene Ernährung: Mahlzeiten mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Eiweiß halten das Energielevel stabil.
  • Einige Lebensmittel meiden: Weniger Salz, Koffein und Zucker zu sich zu nehmen, kann Blähungen und Stimmungsschwankungen reduzieren.
  • Schlaf und Stress: Guter Schlaf und einfache Entspannungstechniken wie Atemübungen, sanftes Dehnen oder kurze Pausen im Alltag können körperliche Symptome verringern.
  • Medikamente: Schmerzmittel können Krämpfe und Kopfschmerzen lindern, während hormonelle Behandlungen, etwa mit der Pille, den Zyklus regulieren können. Mitunter können entwässernde Medikamente (Diuretika) kurzzeitig dabei helfen, Wassereinlagerungen zu reduzieren, die beispielsweise Schmerzen in der Brust verursachen. Wenden Sie sich am besten an eine Ärztin oder einen Arzt, um das PMS gezielt zu behandeln.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Es gibt wissenschaftliche Hinweise dafür, dass Präparate mit Kalzium und Vitamin B6 beim prämenstruellen Syndrom helfen, wenn Betroffene sie während des gesamten Zyklus nehmen. Für die Wirksamkeit von pflanzlichen Mitteln wie Johanniskraut, Mönchspfeffer oder Ginkgo gibt es hingegen keine ausreichenden Belege.
  • Emotionale Unterstützung: Gespräche mit einer vertrauten Person oder eine Beratung können helfen, mit emotionalen Schwankungen besser umzugehen.

Wann sollten Sie mit einem Arzt sprechen?

Es ist sinnvoll, sich an eine Ärztin zu wenden, wenn PMS regelmäßig den Alltag beeinträchtigt, sei es durch körperliche Beschwerden, Schlafprobleme oder Belastungen in Beziehungen oder Beruf.

Eine starke Niedergeschlagenheit, auffällige Reizbarkeit oder wenn sich Gefühle nur schwer bewältigen lassen, sind Anzeichen für eine intensivere Form des PMS, wie der prämenstruellen dysphorischen Störung, und sollten untersucht werden.

Vor allem, wenn Sie Ihren Lebensstil angepasst haben und auch frei verkäufliche Mittel nicht helfen, kann Ihnen eine medizinische Beratung weitere Wege aufzeigen. Je früher Sie Unterstützung und möglicherweise eine Therapie erhalten, desto eher können Sie die Folgen von PMS begrenzen und Ihre Lebensqualität verbessern.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche genetischen Veranlagungen Sie für eine Empfindlichkeit gegenüber hormonellen Veränderungen haben, könnte Sie der Wellness‑DNA‑Test interessieren. Er gibt außerdem Empfehlungen dafür, wie Sie während des gesamten Zyklus Ihr Wohlbefinden stärken können.

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