Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Frau entfernt ihre Körperbehaarung. Sinnbild für PCOS, das polyzystische Ovarialsyndrom.
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Veröffentlicht: 07/01/2026
Zuletzt aktualisiert: 07/01/2026

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Etwa 8 bis 13 Prozent der Frauen weltweit leben mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS). Die Erkrankung betrifft Hormone und beeinflusst den Menstruationszyklus, die Fruchtbarkeit und viele weitere Aspekte der Gesundheit. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, was PCOS ist und auf welche Symptome Sie achten sollten. Wir betrachten auch mögliche Ursachen, werfen einen Blick auf die PCOS-Diagnose und darauf, welche Behandlungen es gibt. Betroffene sollten ihre Gewohnheiten im Alltag zusätzlich anpassen, um besser mit der Erkrankung zu leben.

Was ist das Wichtigste zum polyzystischen Ovarialsyndrom?

  • Bedeutung: Das polyzystische Ovarialsyndrom oder PCO-Syndrom ist eine chronische Hormonstörung bei Frauen. Sie kann sich auf den Menstruationszyklus, die Fruchtbarkeit, den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit auswirken.
  • Ursachen: Zu den Risikofaktoren zählen ein hormonelles Ungleichgewicht, eine genetische Veranlagung und der Lebensstil.
  • Diagnose: Oft werden unregelmäßige Perioden, eine hohe Konzentration männlicher Hormone (Androgene) und Eierstockzysten festgestellt.
  • Therapie: Da es keine Heilung gibt, konzentriert sich die Behandlung von PCOS darauf, die Symptome zu lindern. Dabei kommen Medikamente, Unterstützung bei Kinderwunsch und eine Gesundheitsüberwachung zum Einsatz.

Was ist PCOS?

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine häufige hormonelle Erkrankung. Sie betrifft Frauen im gebärfähigen Alter und entsteht, wenn die Eierstöcke überdurchschnittlich hohe Mengen an männlichen Hormonen wie Testosteron produzieren. Diese Hormone nennt man Androgene.

Das hormonelle Ungleichgewicht kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Es führt zu Zyklusstörungen mit unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden und macht den Eisprung unvorhersehbar. Das PCO-Syndrom ist auch eine der Hauptursachen dafür, dass Frauen Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.

Bei einigen Menschen mit PCOS bilden sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an den Eierstöcken. Diese nennt man Zysten. Sie treten jedoch nicht bei allen Betroffenen auf. Trotz des Begriffs „polyzystisch“ sind die Zysten am Eierstock für die Diagnose nicht zwingend erforderlich. Die Erkrankung kann auch das Gewicht, den Stoffwechsel und die Art beeinflussen, wie Ihr Körper Insulin verarbeitet.

PCOS beginnt häufig in der Jugend, kurz nach der Pubertät. Es kann jedoch auch später im Leben auftreten. Viele Frauen erhalten ihre Diagnose in den Zwanzigern oder Dreißigern, insbesondere dann, wenn sie PCOS-Symptome bemerken oder Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.

Was sind die Symptome von PCOS?

Die Beschwerden können sich bei den betroffenen Frauen unterschiedlich äußern und entwickeln sich oft über einen längeren Zeitraum. Zu den häufigen Symptomen gehören:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
  • Akne oder fettige Haut, insbesondere im Gesicht, auf der Brust und auf dem Rücken
  • Übermäßige Körperbehaarung (Hirsutismus)
  • Dünnes Haar auf der Kopfhaut oder sogar Haarausfall, der dem männlichen Haarausfallmuster ähnelt
  • Gewichtszunahme, besonders im Bauchbereich („PCOS-Bauch“)
  • Schwierigkeiten beim Kinderwunsch​

Wie wirkt sich PCOS auf die Fruchtbarkeit aus?

Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen, weil es den Eisprung beeinträchtigt. Wenn der Eisprung nicht regelmäßig stattfindet, geben die Eierstöcke möglicherweise nicht wie vorgesehen Eizellen ab. Das macht es schwieriger, auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Zu viele Androgene und ein erhöhter Insulinspiegel stören zusätzlich das Gleichgewicht der Hormone, die steuern, wie sich die Eizellen entwickeln und wann sie abgegeben werden. Das verringert die Chancen auf einen regelmäßigen Eisprung oder Unfruchtbarkeit noch weiter.

PCOS macht eine Schwangerschaft jedoch nicht unmöglich, denn die Erkrankung lässt sich auch gut behandeln. Viele Frauen mit PCOS können auf natürliche Weise schwanger werden. In anderen Fällen helfen eine medizinische Unterstützung wie Medikamente oder assistierte Fertilitätsbehandlungen dabei, den Kinderwunsch zu erfüllen.

Welche Ursachen hat das PCO-Syndrom?

PCOS ist eine komplexe Erkrankung. Wissenschaftler haben die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Sie gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken müssen. Dazu gehören hormonelle, genetische und umweltbedingte Einflüsse. Zu den wichtigsten Faktoren gehören:

  • Hormonstörungen: Ein hoher Spiegel an männlichen Hormonen und Insulin kann den Eisprung stören.
  • Insulinresistenz: Wenn der Körper nicht richtig auf Insulin reagiert, steigt der Blutzuckerspiegel an. Das kann das hormonelle Ungleichgewicht verschlimmern und erhöht das Risiko für Übergewicht und Diabetes.
  • Genetik: Das polyzystische Ovarialsyndrom tritt häufig familiär gehäuft auf.
  • Lebensstil: Eine ungesunde Ernährung, mangelnde körperliche Aktivität und Übergewicht können den Hormonspiegel verändern.
  • Umweltfaktoren: Die Exposition gegenüber bestimmten Umwelt- oder chemischen Schadstoffen spielt ebenfalls eine Rolle.

Welche Rolle spielt die Genetik bei PCOS?

Auch die Gene scheinen bei vielen Frauen einen Einfluss auf das polyzystische Ovarialsyndrom zu haben. Die Erkrankung tritt häufig familiär gehäuft auf. Wenn Ihre Mutter, Schwester oder Tante an PCOS leidet, ist die Wahrscheinlichkeit auch für Sie höher, daran zu erkranken.

Forschende haben Gene identifiziert, die sich auf den Hormonspiegel, auf die Funktion der Eierstöcke und darauf auswirken, wie der Körper Zucker und Fett verwertet. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein einziges Gen PCOS verursacht. Vielmehr erhöhen mehrere Gene und äußere Faktoren zusammen die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken. Gentests können Hinweise auf genetische Varianten geben, die mit PCOS und bestimmten Stoffwechsel‑ oder Hormonmerkmalen in Verbindung stehen.

Wie wird PCOS diagnostiziert​?

Für die PCOS-Diagnostik überprüfen Ärztinnen folgende Anzeichen: ob unregelmäßige oder ausbleibende Perioden vorliegen, ob Laborbefunde auf einen hohen Androgenspiegel hinweisen und ob mehrere kleine Zysten im Ultraschall auf den Eierstöcken sichtbar sind. Treffen mindestens zwei der Symptome zu und sind andere Ursachen ausgeschlossen, wird die Diagnose PCOS gestellt. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:

  • Medizinische und körperliche Untersuchung: Ärzte überprüfen die Familiengeschichte, den Menstruationszyklus und äußere Anzeichen, etwa Akne, vermehrte Körperbehaarung und Gewichtsveränderungen.
  • Bluttests: Sie messen den Hormon- und Insulinspiegel. Ärzte überprüfen häufig, ob erhöhte Androgene wie Testosteron, Androstendion und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA-S) vorliegen. So kann festgestellt werden, ob zu viele männliche Hormone vorhanden sind.
  • Ultraschalluntersuchung: Die Ärztin kann zudem einen Ultraschall durchführen, um die Eierstöcke und die Gebärmutter zu sehen, mögliche Follikel oder Eibläschen zu erkennen und die Größe und Struktur der Eierstöcke zu beurteilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für PCOS?

Das polyzystische Ovarialsyndrom ist nicht heilbar, doch seine Symptome lassen sich wirksam behandeln. Die Behandlungsmethode hängt von Ihren persönlichen Zielen ab. Möchten Sie Ihren Zyklus regulieren, Ihre Fruchtbarkeit verbessern oder Akne und übermäßigen Haarwuchs behandeln? Dabei kommen verschiedene Behandlungen zum Einsatz:

  • Hormonelle Verhütungsmittel: Insbesondere die Pille hilft dabei, den Menstruationszyklus zu regulieren. Sie kann auch Akne oder unerwünschten Haarwuchs lindern.
  • Metformin: Das Medikament verbessert die Insulinsensitivität, kann den Androgenspiegel senken und bei Bedarf zur Gewichtskontrolle beitragen. Vielen betroffenen Frauen fällt das Abnehmen mit PCOS unter Metformin‑Therapie leichter, auch wenn es kein Ersatz für die Anpassung von Ernährung und Bewegung ist.
  • Kinderwunschbehandlungen: Sie können Frauen helfen, die mit PCOS schwanger werden möchten und Hilfe beim Eisprung benötigen.
  • Unterstützung bei Akne und übermäßiger Behaarung: Eine Therapie kann Anti-Androgen-Medikamente umfassen oder dermatologische Behandlungen umfassen, um Haut- und Haarprobleme wie PCOS-Haarausfall zu verbessern.
  • Kontinuierliche Gesundheitsüberwachung: Zur Behandlung dieser Krankheit gehört auch, langfristige Gesundheitsrisiken wie Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und Fettleibigkeit im Blick zu behalten.

Wie können gesunde Gewohnheiten PCOS-Symptome verbessern?

Hilfreiche Gewohnheiten ergänzen medizinische Behandlungen und tragen dazu bei, dass Sie sich besser fühlen und Sie Ihre Symptome besser unter Kontrolle haben. Zu hilfreichen Änderungen der Lebensweise zählen:

  • Ausgewogene Ernährung: Vollwertkost, mageres Eiweiß, Gemüse, gesunde Fette und ballaststoffreiche Lebensmittel helfen dabei, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Das ist besonders wichtig bei einer Insulinresistenz.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Spazierengehen, Krafttraining oder andere Aktivitäten können Ihre Insulinreaktion verbessern. Sie unterstützen auch ein gesundes Gewicht und helfen beim Abnehmen mit PCOS.
  • Stressbewältigung: Entspannungstechniken, tiefes Atmen oder Achtsamkeit können dazu beitragen, Ihren Hormonspiegel zu stabilisieren.
  • Guter Schlaf: Auch konsequente Schlafroutinen unterstützen die hormonelle Gesundheit.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten mit einer Ärztin sprechen, wenn Sie folgende Symptome bemerken:

  • unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
  • plötzliche Gewichtsveränderungen
  • verstärkte Akne
  • unerwünschter Haarwuchs
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden

Eine frühzeitige Untersuchung hilft dabei, PCOS schneller zu erkennen. Außerdem können Sie so die Symptome früher behandeln und das Risiko langfristiger Probleme verringern, zu denen Stoffwechselstörungen wie das metabolische Syndrom oder Fruchtbarkeitsprobleme gehören.

Möchten Sie mehr über Ihre hormonellen Veranlagungen erfahren? Mit dem DNA-Startprofil-Test erhalten Sie einen Überblick zu den Genen, die mit wichtigen Hormonaktivitäten in Zusammenhang stehen. Zudem erfahren Sie mehr über Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit, Ihren Schlaf oder Essgewohnheiten.

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