LDL-HDL-Quotient: Was verrät das Verhältnis von LDL- und HDL-Cholesterin über die Gesundheit?

Ein Arzt erklärt einer Patientin Ihre Cholesterin-Werte mit dem HDL-LDL-Quotient.
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Veröffentlicht: 01/07/2025
Zuletzt aktualisiert: 17/07/2026

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Hohes Cholesterin im Blut wird oft mit einem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Entscheidend sind aber auch die Art von Cholesterin und das Verhältnis zwischen HDL und LDL. Wenn der LDL-Wert disproportional zum „guten“ HDL erhöht ist, könnte auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigen.

Hier erfahren Sie, wie der LDL-HDL-Quotient berechnet wird, was die Werte bedeuten können und warum die Werte wichtig für die Herzgesundheit sind.

Das Wichtigste zum Verhältnis von LDL- und HDL-Cholesterin

  • Der LDL/HDL-Quotient setzt das „schlechte“ LDL-Cholesterin ins Verhältnis zum „guten“ HDL-Cholesterin. Je niedriger der Quotient ist, desto günstiger wird das Verhältnis häufig bewertet.
  • Der LDL/HDL-Quotient berechnet sich mit der Formel: LDL-Wert ÷ HDL-Wert = Quotient
  • Der Quotient reicht für die Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos allein nicht aus. Es sollten weitere Blutwerte und Faktoren berücksichtigt werden.

Was ist Cholesterin und wie setzt es sich zusammen?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die beispielsweise für die Produktion von Hormonen, Vitamin D oder der Zellmembranen wichtig ist. Der Körper kann sie sowohl selbst bilden als auch über die Nahrung aufnehmen. Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, braucht es spezielle Transporter, sogenannte Lipoproteine. Es gibt zwei Haupttypen: LDL (Low Density Lipoprotein) und HDL (High Density Lipoprotein). Bei einem Lipidprofil werden meist LDL, HDL, Triglyceride und das Gesamtcholesterin bestimmt:

  • LDL-Cholesterin: LDL, auch „schlechtes“ Cholesterin genannt, transportiert Cholesterin zu den Arterien. Hohe Werte können zu Plaquebildung und Verengungen führen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen.
  • HDL-Cholesterin: HDL, auch „gutes“ Cholesterin genannt, hilft, überschüssiges Cholesterin aus den Geweben und Blutgefäßen zur Verarbeitung in die Leber zu transportieren. Ein hoher HDL-Wert steht in Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Triglyceride: Triglyceride werden als Energiereserve im Körper gespeichert. Auch wenn sie nur teilweise zum Gesamtcholesterin beitragen, können hohe Triglyceridwerte das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.

Wie berechnet sich der LDL-HDL-Quotient und was bedeutet er?

Der LDL-HDL-Quotient zeigt das Verhältnis zwischen „schlechtem“ LDL und „gutem“ HDL an. Sie können ihn einfach berechnen, indem Sie den LDL-Wert durch den HDL-Wert teilen:

LDL-HDL-Quotient = LDL ÷ HDL

Ein niedriger Quotient bedeutet, dass Sie mehr schützendes HDL im Verhältnis zum LDL haben. Das gilt zunächst als günstig für Ihre Herzgesundheit. Ein höherer Quotient zeigt in der Theorie auch ein höheres Risiko an.

Tabelle: Was bedeutet das Verhältnis von LDL zu HDL?

Um Ihren persönlichen LDL-HDL-Quotienten besser einschätzen zu können, finden Sie hier eine Einordnung anhand der Referenzwerte. Als grobe Orientierung gilt: Je niedriger der LDL/HDL-Quotient, desto günstiger ist meist das Verhältnis.

Die Werte unten sind dem Gesundheits-Lexikon entnommen. Dort gilt ein LDL/HDL-Quotient unter 3,0 als ideal. Die Angaben können sich jedoch je nach Labor und individuellen Faktoren unterscheiden. Bei Risikofaktoren wie Atherosklerose setzen Ärztinnen und Ärzte einen geringeren Zielwert an. Der Quotient sollte zudem immer zusammen mit LDL, HDL, Triglyceriden und dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko bewertet werden.

Tabelle für die LDL-HDL-Quotient-Referenzwerte.

LDL-HDL-QuotientEinordnungBedeutung
unter 3meist günstigZielwert, geringes bis moderates Risiko
3 bis 5erhöhtes RisikoSollte im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren bewertet werden
über 5möglicherweise hohes RisikoMöglicherweise ein Hinweis auf Herzprobleme und Fettstoffwechselstörungen. Weitere Untersuchungen sind notwendig.

Welche Beispiele gibt es, um den LDL/HDL-Quotienten zu berechnen?

Falls Sie selbst das Verhältnis von LDL zu HDL berechnen möchten und sich noch unsicher sind, haben wir einige Beispielrechnungen für Sie. Die Formel lautet:

LDL-HDL-Quotient = LDL ÷ HDL

Bei einem LDL-Wert von 120 mg/dl und einem HDL-Wert von 60 mg/dl ergibt sich ein LDL/HDL-Quotient von 2,0: 

120 ÷ 60 = 2,0

Die Formel funktioniert auch, wenn Sie Ihre Ergebnisse nicht in Milligramm pro Deziliter (mg/dl), sondern in Millimol pro Liter (mmol/l) erhalten. Bei LDL von 5,2 mmol/l und HDL von 1,5 mmol/l ergibt sich ein Verhältnis von:

5,2 ÷ 1,5 = 3,5

LDL-CHDL-CQuotient
100502,0
120403,0
140403,5
160404,0

Was sind gesunde Cholesterinwerte?

Die folgende Tabelle kann Ihnen helfen, Ihre Werte besser einzuordnen. Sie stammen aus Referenzbereiche für Erwachsene des IMD-Labors Potsdam. Die Blutfettwerte werden oft in Milligramm pro Deziliter gemessen und können wichtige Hinweise auf erhöhte Cholesterinwerte und mögliche Gefäßprobleme geben. Regelmäßige Tests können dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Blutfett-TypNormalwertGrenzbereichRisikobereich
LDLWeniger als 100 mg/dl100–129 mg/dl130 mg/dl und darüber
HDL60 mg/dl oder höher40–59 mg/dlunter 40 mg/dl (Männer)
50 mg/dl (Frauen)
TriglycerideWeniger als 150 mg/dl150–199 mg/dl200 mg/dl und darüber
GesamtcholesterinWeniger als 200 mg/dl200–239 mg/dl240 mg/dl und darüber
Gesamtcholesterin/HDL-VerhältnisWeniger als 3,5:13,5–5Über 5:1

Hinweis: Beachten Sie, dass individuelle Faktoren wie Diabetes oder andere Vorerkrankungen die Bewertung beeinflussen können. Ärztinnen und Ärzte betrachten immer das Gesamtbild, einschließlich Ihrer medizinischen Vorgeschichte und Ihrer Familienanamnese. Holen Sie sich ärztlichen Rat ein, um zu verstehen, was Ihre Ergebnisse für Sie bedeuten.

Was bedeutet es, wenn der LDL-HDL-Quotient zu niedrig ist?

Ein niedriger LDL-HDL-Quotient von unter 3,0 gilt meist als günstig. Der Quotient sinkt, wenn HDL hoch oder LDL niedrig ist. Studien belegen, dass in seltenen Fällen niedriges HDL das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall birgt.

Sollten Sie wegen Ihrer Werte besorgt sein, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Dabei werden auch die LDL-, HDL-, Triglycerid- und Gesamtrisiken betrachtet.

Welche Risiken zeigt ein erhöhter LDL-HDL-Quotient an?

Ein hoher LDL-HDL-Quotient ergibt sich, wenn das HDL niedrig oder das LDL erhöht ist. Er geht häufig mit einem ungünstigen Lipidprofil und einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Grund dafür ist, dass überschüssiges Cholesterin schlechter durch HDL abtransportiert wird.

Genauere Aussagen können Ärztinnen und Ärzte jedoch unter Berücksichtigung Ihrer Krankengeschichte, Vorerkrankungen in der Familie und anderer Blutwerte machen.

Wie aussagekräftig ist der LDL/HDL-Quotient heute noch?

Der Quotient wird weiterhin verwendet, denn er kann als ergänzende Orientierung dienen. Studien fanden jedoch Hinweise darauf, dass auch genetisch bedingt hohe HDL-Konzentrationen auftreten können und das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin im Blut somit weniger aussagekräftig ist. 

Moderne Leitlinien berücksichtigen bei der Bewertung des kardiovaskulären Risikos und der Therapieziele auch andere Werte:

  • LDL
  • Non-HDL: Umfasst alle Cholesterin-Anteile außer dem „guten“ HDL. Es zeigt also, wie viel Cholesterin in eher ungünstigen Transportformen vorliegt.
  • ApoB: Gibt vereinfacht Auskunft darüber, wie viele potenziell gefäßschädigende Lipoprotein-Partikel im Blut zirkulieren.
  • Gesamtrisiko: Es beschreibt das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko insgesamt. Dabei spielen unter anderem das Alter, das Geschlecht, der Blutdruck, Rauchen, Diabetes, Vorerkrankungen und weitere Blutfettwerte eine Rolle.

Was können Sie für gesunde Cholesterinwerte tun?

Wenn Sie einige gesunde Gewohnheiten in Ihren Alltag einfügen, können Sie das Risiko für hohe Cholesterinwerte senken. Mit diesen Tipps lassen sich die Gefäße schützen und Fettstoffwechselstörungen vorbeugen:

  • Ernährung: Essen Sie gesunde Lebensmittel fürs Herz, etwa Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und gesunde Fette wie Olivenöl.
  • Sport: Bewegen Sie sich regelmäßig. Schon 30 Minuten körperliche Aktivität wie Spazierengehen pro Tag können einen Unterschied machen.
  • Rauchen: Verzichten Sie auf Zigaretten, denn Rauchen senkt den HDL-Spiegel und schädigt die Blutgefäße.
  • Alkohol: Trinken Sie Alkohol nur in Maßen, denn er kann sich auf die Triglyzeride auswirken.
  • Medikamente: Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Medikamente wie Statine oder PCSK9-Hemmer verordnen. Sie können dazu beitragen, den LDL-Spiegel zu senken und den LDL-HDL-Quotienten zu verbessern.

Besonders bei Diabetes oder bekannten Fettstoffwechselstörungen lohnt es sich, Ihre Werte regelmäßig zu kontrollieren. Die Cholesterinwerte liefern wichtige Hinweise für gesunde Blutgefäße und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihre Werte auffällig sind, denn so können Sie frühzeitig gegensteuern und Ihr Herz langfristig schützen.

Erfahren Sie mehr über Ihre genetischen Veranlagungen für Ihre Gesundheit: Der Wellness-DNA-Test gibt Ihnen einen ersten Überblick über Ihre genetischen Veranlagungen hinsichtlich Gehirn- und Organgesundheit, Hormonen, Haut und Haar. Zudem erhalten Sie persönliche Empfehlungen, um die Gesundheit im Alltag zu schützen.

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