Hashimoto-Thyreoiditis: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Eine Frau fasst sich an den Hals. Sinnbild für die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.
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Veröffentlicht: 09/01/2026
Zuletzt aktualisiert: 09/01/2026

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Wenn die Energie schwindet, das Gewicht ohne erkennbaren Grund steigt und die Stimmung schwankt, können diese Veränderungen auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen. Bei dieser Autoimmunerkrankung schwächt das Immunsystem nach und nach die Schilddrüsenfunktion und sorgt für eine Störung der Hormone. Die Folge: Symptome, die Ihren Alltag erheblich beeinträchtigen können. Hier erfahren Sie, welche Ursachen die Hashimoto-Krankheit hat, woran Sie sie erkennen und wie sie sich behandeln lässt. Außerdem finden Sie praktische Tipps, die Sie bei der langfristigen Therapie unterstützen.

Was ist das Wichtigste zu Hashimoto im Überblick?

  • Bedeutung: Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse langsam schädigt. Das führt häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion.
  • Ursachen: Sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren erhöhen das Risiko, an Hashimoto zu erkranken.
  • Diagnose: Ärztinnen führen meistens Blutuntersuchungen durch, um Schilddrüsenhormonwerte zu überprüfen. Manchmal kommt auch eine Ultraschalluntersuchung zum Einsatz.
  • Behandlung: Sie umfasst in der Regel die Einnahme von Schilddrüsenhormonpräparaten wie L-Thyroxin.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung und eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Benannt wurde die Krankheit nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der sie im frühen 20. Jahrhundert erstmals beschrieb. Das kleine, schmetterlingsförmige Organ sitzt im Hals und produziert Hormone, die dem Körper helfen, Energie zu nutzen und die Temperatur zu regulieren.

Bei der Hashimoto-Erkrankung bildet das Immunsystem Antikörper, die fälschlicherweise die Schilddrüse angreifen – so, als würde es eine Infektion bekämpfen. Diese Reaktion reizt die Schilddrüse und schädigt langsam ihre Zellen. Mit der Zeit kann sie immer weniger Hormone produzieren, die der Körper benötigt. Das führt schließlich zu einer Hypothyreose, also einer Schilddrüsenunterfunktion.

Hashimoto ist eine der häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Erkrankung entwickelt sich langsam, oft über mehrere Jahre hinweg. Sie kann jeden betreffen, tritt jedoch besonders häufig bei Frauen auf. Meist zeigt sie sich im mittleren Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Was verursacht die Hashimoto-Thyreoiditis?

Die genauen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind noch nicht vollständig bekannt. Die meisten Expertinnen gehen davon aus, dass sie sich durch eine Kombination verschiedener genetischer und Umweltfaktoren entwickelt und nicht durch einen einzigen Auslöser. Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Hormonelle Veränderungen: Während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren können Hormone die Aktivität des Immunsystems beeinflussen. Das könnte erklären, warum Frauen häufiger erkranken.
  • Übermäßige Jodzufuhr: Sehr hohe Jod-Werte können die Schilddrüse überstimulieren und zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse beitragen.
  • Strahlenbelastung: Eine frühere Bestrahlung des Halses oder eine Strahlenbelastung durch medizinische Behandlungen kann das Risiko erhöhen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Interferon, Lithium oder Amiodaron können bei manchen Menschen die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen.
  • Infektionen: Viruserkrankungen können bei Menschen, die bereits genetisch vorbelastet sind, Immunreaktionen auslösen.
  • Chronischer Stress: Langfristiger Stress kann die Immunantwort beeinflussen. Das trägt möglicherweise zur Autoimmunaktivität bei.

Wie beeinflusst die Genetik die Hashimoto-Erkrankung?

Die DNA kann beeinflussen, wie anfällig Sie dafür sind, eine Hashimoto-Thyreoiditis zu entwickeln. Die Erkrankung wird häufig vererbt. Die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, ist höher, wenn nahe Verwandte an Schilddrüsenproblemen oder anderen Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Typ-1-Diabetes oder rheumatoider Arthritis leiden.

Variationen in Genen wie HLA und CTLA-4 und andere Schilddrüsen-Marker können Sie empfindlicher gegenüber Veränderungen des Immunsystems machen. Das erhöht die Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Bei Menschen mit Turner-Syndrom oder Down-Syndrom tritt die Hashimoto-Thyreoiditis häufiger auf. Das deutet auf einen stärkeren genetischen Einfluss in diesen Gruppen hin.

Wenn Sie diese Genvarianten tragen, bedeutet das aber nicht automatisch, dass Sie Hashimoto entwickeln. In der Regel sind zusätzliche Auslöser nötig, damit die Erkrankung auftritt. Dazu gehören Umweltfaktoren, Infektionen oder hormonelle Veränderungen.

Was sind die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Symptome von Hashimoto entwickeln sich in der Regel allmählich. Viele Menschen fühlen sich zunächst normal oder bemerken nur eine leichte Müdigkeit. Sobald weniger Schilddrüsenhormone produziert werden, verdeutlichen sich die Anzeichen allerdings. Häufige Beschwerden sind:

  • Müdigkeit
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Raue oder trockene Haut, trockene Augen
  • Ausdünnung der Haare oder Haarausfall
  • Muskelschmerzen
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfung
  • Geschwollenes Gesicht
  • Heisere oder tiefere Stimme
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme

In bestimmten Fällen vergrößert sich die Schilddrüse und bildet einen Kropf. Das kann ein Gefühl von Druck oder ein Engegefühl im Hals hervorrufen. Bei einem Hashimoto-Schub verstärken sich die Symptome vorübergehend deutlich.

Was sind mögliche Folgen einer unbehandelten Krankheit?

Wenn Sie die Hashimoto-Thyreoiditis nicht behandeln lassen, können mit der Zeit Komplikationen auftreten. Zu ihnen gehören:

  • Struma: Die Schilddrüse schwillt an und vergrößert sich sichtbar.
  • Unfruchtbarkeit: Hormonelle Ungleichgewichte können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Viele Frauen mit Hashimoto und Kinderwunsch benötigen eine passende Therapie, um schwanger zu werden.
  • Herzprobleme: Es kann zu hohem Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und anderen Herzproblemen kommen.
  • Schwere Schilddrüsenunterfunktion (Myxödem): Das ist eine seltene, lebensbedrohliche Erkrankung. Sie erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

Wie wird eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt in der Regel mit einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Wenn Ihr Arzt den Verdacht auf Hashimoto hat, ordnet er Blutuntersuchungen an. So kann er anhand von Schilddrüsenhormonen überprüfen, ob Anzeichen einer Autoimmunreaktion vorliegen. Die Diagnostik bei Hashimoto umfasst folgende wichtige Tests:

  • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Der TSH-Wert ist in der Regel erhöht, wenn eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt.
  • Freies T4: Dieses Hormon ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion häufig niedriger als normal. Es zeigt, wie viel aktives Schilddrüsenhormon im Blut zirkuliert.
  • Schilddrüsenantikörper (TPO oder Anti-Thyreoglobulin): Die Antikörper zeigen sich, wenn Ihr Immunsystem die Schilddrüse angreift. Das bestätigt, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt.

Möglicherweise empfiehlt Ihr Arzt auch eine Schilddrüsenultraschalluntersuchung. Diese Untersuchung hilft dabei, die Größe und das Aussehen der Drüse zu überprüfen.

Welche Behandlungen gibt es für die Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Hashimoto-Thyreoiditis lässt sich nicht heilen, aber wirksam behandeln. Die Hauptbehandlung ist eine Schilddrüsenhormonersatztherapie. Meist kommt dabei Levothyroxin (L-Thyroxin) zum Einsatz, eine synthetische Form von Thyroxin (T4). Die Medikamente helfen, den Hormonspiegel wieder zu normalisieren und die Symptome zu lindern.

Die Ärztin überprüft regelmäßig die Blutwerte und die Dosierung der Medikamente. Da sich der Hormonbedarf im Laufe der Zeit ändern kann, sind möglicherweise Anpassungen der Therapie erforderlich.

Wenn die geschwollene Schilddrüse (Struma) groß ist, kann auch eine Hashimoto-Schilddrüsenentfernung in Betracht gezogen werden. Das verhindert Schwierigkeiten beim Sprechen, Schlucken oder Atmen.

Welche Gewohnheiten helfen bei chronischer Schilddrüsenentzündung?

Die besten Ergebnisse bei der Behandlung der Symptome erzielen oft die Kombination von Medikamenten und einer gesunden Lebensweise. So lässt sich die Erkrankung unter Kontrolle halten. Hilfreiche Gewohnheiten sind etwa:

  • Ausgewogene Ernährung: Nehmen Sie Lebensmittel zu sich, die reich an Selen sind – etwa Paranüsse, Meeresfrüchte, Eier und mageres Fleisch.
  • Vitamin D: Studien zeigen, dass Vitamin D das Immunsystem unterstützt, wovon auch Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis profitieren.
  • Stressbewältigung: Chronischer Stress kann die Symptome verstärken. Entspannungstechniken und Achtsamkeit helfen, Stress zu reduzieren.
  • Ausreichend Schlaf: Ihr Körper benötigt Erholung und einen gesunden Schlaf, um die Hormonbalance zu unterstützen.
  • Jodeinnahme: begrenzen: Vermeiden Sie die Einnahme sehr hoher Mengen an Jod über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel. Zu viel Jod kann die Schilddrüse überstimulieren und die Symptome verschlimmern.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten mit einer Ärztin sprechen, wenn Sie anhaltende Symptome bemerken, wie:

  • Müdigkeit
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Trockene Haut
  • Schwellung oder Völlegefühl im Nacken

Eine Untersuchung ist auch wichtig, wenn in Ihrer Familie Schilddrüsenerkrankungen oder andere Autoimmunerkrankungen vorkommen. Auch wenn die Symptome mild sind oder allmählich auftreten, erleichtert eine frühzeitige Diagnose die Behandlung von Hashimoto und kann mögliche Komplikationen verhindern. 

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