Follikelstimulierendes Hormon (FSH): Werte, Wirkung und was der FSH-Test zeigt

Eine Frauenärztin und eine Patientin schauen sich ein Modell der Gebärmutter an. Sinnbild für das Hormon FSH.
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Veröffentlicht: 24/02/2026
Zuletzt aktualisiert: 24/02/2026

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Das follikelstimulierende Hormon (FSH) spielt eine wichtige Rolle in der menschlichen Fortpflanzung. Ob Follikelreifung, Eisprung oder Spermienproduktion: Das Hormon ist für viele Prozesse wichtig. FSH-Werte lassen sich im Blut messen und geben nützliche Einblicke in den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit.

Hier erfahren Sie, wie FSH wirkt, welche Normwerte gelten und welche Bedeutung sie für den Zyklus, die Wechseljahre oder beim Kinderwunsch haben.

Was ist das Wichtigste zu FSH im Überblick?

Das Sexualhormon FSH fördert die Eizellenreifung bei Frauen und die Spermatogenese bei Männern. Hohe oder niedrige FSH-Werte können auf Probleme mit der Fruchtbarkeit oder dem Hormonhaushalt hinweisen.

Was ist FSH?

FSH steht für follikel-stimulierendes Hormon. Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) regt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) an, FSH auszuschütten. Diese Drüse steuert viele Hormonsignale im Körper. Über FSH schickt die Hypophyse sozusagen Signale an die Eierstöcke bzw. Hoden, um Fortpflanzungszellen zu entwickeln und andere Sexualhormone zu produzieren.

Das follikelstimulierende Hormon gehört zu einer Gruppe, die als Gonadotropine bekannt ist. Auch das luteinisierende Hormon (LH) zählt dazu. Gemeinsam koordinieren FSH und LH verschiedene Fortpflanzungsabläufe. FSH kommt bei Frauen und Männern vor, wirkt aber in beiden Körpern etwas unterschiedlich.

Der FSH-Spiegel verändert sich mit dem Alter und der Fortpflanzungsphase. Pubertät, Menstruationszyklus und Wechseljahre – all das kann die FSH-Produktion verändern.

Welche Funktionen hat FSH bei Frauen?

Bei Frauen unterstützt das Hormon das Wachstum und die Reifung der Follikel. Dabei handelt es sich um kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die unreife Eizellen in den Eierstöcken enthalten. Während jedes Zyklusses beginnen sich mehrere Follikel zu entwickeln. In der Regel gibt einer davon beim Eisprung eine Eizelle frei.

Während die Follikel heranreifen, produzieren sie Östrogen. Dessen Anstieg bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor und meldet dem Gehirn, die Hormonausschüttung in den Drüsen anzupassen.

Sind die Signale zu schwach, reifen die Follikel möglicherweise nicht richtig. Das kann dazu führen, dass der Eisprung unregelmäßig ist oder der Zyklus ausbleibt und sich somit die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern.

Welche Funktionen hat FSH bei Männern?

Bei Männern wirkt das Hormon auf spezialisierte Zellen in den Hoden, die sogenannten Sertoli-Zellen, die die Reifung der Spermien regulieren. Zusammen mit dem luteinisierenden Hormon und Testosteron sorgt FSH so dafür, dass ein Mann zeugungsfähig ist.

Da Männer keinen monatlichen Zyklus wie Frauen haben, bleibt der FSH-Spiegel in der Regel stabiler. Wird weniger oder mehr von dem Hormon der Hypophyse freigesetzt, kann das jedoch die Produktion von Spermien beeinträchtigen.

Was sind normale FSH-Werte?

Die FSH-Normwerte unterscheiden sich je nach Geschlecht, Phase im Zyklus und Alter. Bei Frauen mit Menstruationszyklus schwanken sie im Laufe des Monats: In der Follikelphase sind sie etwas höher, steigen kurz vor dem Eisprung an und fallen danach wieder ab. In den Wechseljahren lässt die Aktivität der Eierstöcke nach, sodass der FSH-Spiegel deutlich steigt.

Die Referenzwerte für Frau und Mann in der folgenden Tabelle stammen vom IMD-Labor Potsdam. Sie können je nach Labor variieren und werden hier in der Einheit U/l (Units pro Liter) angegeben.

Die Tabelle zeigt die FSH-Referenzwerte für Frauen und Männer nach Alter und Zyklusphase.
LebensphaseFSH-Blutwert FrauenFSH-Blutwert Männer
18 bis 99 Jahre2,0 bis 20,00,95 bis 11,95 U/l
Follikelphase2,0 bis 12,0 U/l
Ovulationsphase10,0 bis 20,0 U/l
Lutealphase2,0 bis 8,0 U/l
Postmenopauseüber 15 U/l

Wie wird der FSH-Blutwert gemessen?

Das follikelstimulierende Hormon lässt sich im Blut nachweisen und ermöglicht eine Beurteilung der Fruchtbarkeit. Dazu wird eine kleine Probe aus einer Armvene entnommen – eine besondere Vorbereitung ist meist nicht nötig. Bei Frauen mit regelmäßigem Zyklus empfehlen Ärzte oft, den FSH-Test zu Beginn des Zyklus durchführen zu lassen, üblicherweise am dritten Tag, um einen zuverlässigen Ausgangswert zu erhalten.

Ärzte ordnen den Test an, wenn sie Fruchtbarkeitsprobleme, unregelmäßige Perioden, verzögerte Pubertät, Hypophysenerkrankungen oder den allgemeinen Hormonstatus untersuchen möchten. Häufig wird er gemeinsam mit LH, Östrogen, Testosteron oder Schilddrüsenwerten gemessen, um ein umfassenderes Bild zu bekommen.

Was kann den FSH-Spiegel beeinflussen?

Es gibt viele Faktoren, die sich auf die Produktion des follikelstimulierenden Hormons auswirken können. Zu ihnen gehören:

  • Alter: Bei Frauen, die sich der Menopause nähern, steigt der Spiegel an und bleibt danach oft erhöht.
  • Schwangerschaft: Da der Eisprung vorübergehend ausgesetzt ist, sinkt der FSH-Spiegel.
  • Gesundheitszustand: Hypophysenerkrankungen, chronische Erkrankungen und genetische Varianten können die Hormonproduktion verändern.
  • Körpergewicht: Sowohl sehr geringes als auch sehr hohes Körpergewicht kann die Sexualhormone aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Medikamente: Hormonelle Verhütungsmittel, Fruchtbarkeitsmedikamente und Testosterontherapien können den FSH-Wert erhöhen oder senken.
  • Erkrankungen oder medizinische Behandlungen: Sie können die Werte vorübergehend beeinflussen, insbesondere, wenn sie erst vor kurzer Zeit stattgefunden haben.

Was sind die Ursachen für einen erhöhten FSH-Wert?

Hohe FSH-Werte deuten häufig darauf hin, dass Eierstöcke oder Hoden nicht ausreichend auf die Signale des Gehirns reagieren. Die Hypophyse schüttet dann mehr FSH aus, um sie stärker zu stimulieren. Es gibt verschiedene Ursachen hierfür. Hypophysenerkrankungen, Medikamente oder Hormonbehandlungen können beide Geschlechter betreffen. Weitere geschlechtsspezifische Gründe finden Sie hier.

Ursachen bei Frauen

  • Natürlicher Übergang in die Wechseljahre
  • Vorzeitige Ovarialinsuffizienz
  • Verringerte Eizellreserve
  • Schädigung der Eierstöcke durch Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Genetische Erkrankungen wie das Turner-Syndrom
  • Bestimmte Autoimmunerkrankungen

Ursachen bei Männern

  • Verringerte Produktion von Spermien
  • Hodenverletzung oder -infektion
  • Auswirkungen von Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Genetische Erkrankungen wie das Klinefelter-Syndrom

Was sind die Symptome eines hohen FSH-Spiegels?

Die körperlichen Anzeichen spiegeln in der Regel einen niedrigeren Sexualhormonspiegel wider. Das kann sich bei den Geschlechtern in unterschiedlichen Beschwerden zeigen.

Anzeichen von hohem FSH bei FrauenAnzeichen von hohem FSH bei Männern
Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden Hitzewallungen Vaginale Trockenheit Schwierigkeiten, schwanger zu werdenGeringe Spermienzahl Fruchtbarkeitsprobleme Verminderter Sexualtrieb Verlust von Muskelmasse

Was bedeutet ein niedriger FSH-Wert und welche Symptome zeigen sich?

Ein niedriger Wert des follikelstimulierenden Hormons deutet häufig darauf hin, dass die Hypophyse oder der Hypothalamus zu schwache Signale für die Freisetzung von FSH senden. Dadurch werden Eierstöcke oder Hoden weniger stimuliert. Bei Frauen kann das zu folgenden Symptomen führen:

  • Verzögerte Pubertät
  • Unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung
  • Unregelmäßige Zyklen
  • Vollständiges Ausbleiben der Periode (Amenorrhö)
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden

Bei Männern kann ein niedriger FSH-Spiegel zudem zu einer verminderten Spermienzahl, einer geringeren Libido und niedrigeren Testosteronwerten führen.

Was sind die Ursachen für weniger follikelstimulierendes Hormon?

Dass die Werte zu niedrig sind, kann mehrere mögliche Ursachen haben. Zu ihnen gehören etwa:

  • Funktionsstörung der Hypophyse
  • Tumor im Bereich des Hypothalamus
  • Sehr geringes Körpergewicht
  • Langfristige Erkrankungen
  • Starker Stress
  • Hormontherapien wie mit Testosteron, hormonelle Verhütungsmittel, hochdosierte Kortikosteroide oder Chemotherapie

Wann sollten Sie sich ärztlich zum FSH-Wert beraten lassen?

Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn Sie Beschwerden oder einen unerfüllten Kinderwunsch haben. Mögliche Gründe für eine Untersuchung mit Behandlung sind:

  • Anhaltende Menstruationsstörungen
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden
  • Anzeichen einer verzögerten Pubertät
  • Veränderungen der Sexualfunktion oder Bedenken hinsichtlich der Spermienzahl

Eine Ärztin oder ein Arzt kann die Krankengeschichte überprüfen, Tests anordnen und erklären, was die Ergebnisse für Ihre Situation bedeuten. Mit ihrer Hilfe finden Sie die geeignete Behandlung, die bei Kinderwunsch zum Beispiel auch die künstliche Befruchtung (IVF) beinhalten kann.

Finden Sie mehr über Ihre Hormone heraus: Der Wellness-DNA-Test liefert Hinweise darauf, wie Ihre Genetik die Hormonfunktion und Fruchtbarkeit beeinflussen kann. So können Sie Ihre Gesundheit verstehen und effektiv verbessern.

FAQs

 

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