Blutzuckerkontrolle durchs Hormon Insulin: Funktionen, Wirkung, Normalwerte
Veröffentlicht: 02/02/2026
Zuletzt aktualisiert: 02/02/2026
Das Hormon sorgt dafür, dass Ihre Körperzellen Zucker aus der Nahrung verwerten können. Es hält den Blutzucker stabil und beeinflusst, wie Ihr Körper Fett speichert und Muskeln aufbaut. Dieser Artikel erklärt, wie Insulin wirkt, welche Auswirkungen unterschiedliche Werte auf Ihre Gesundheit haben und wie Sie Ihren Insulinspiegel im Gleichgewicht halten können – für gleichbleibende Energie im Alltag.
Was ist das Wichtigste zum Hormon Insulin?
Insulin hilft den Zellen, Glukose zu verwerten. Es speichert Überschüsse und fördert die Verarbeitung von Proteinen und Fetten. Mit einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung und gutem Schlaf bleibt der Insulinwert in der Regel stabil. Ist er zu hoch, kann das zu einer Gewichtszunahme und einem erhöhten Risiko für Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, Herzprobleme und Entzündungen führen. Die Folgen eines dauerhaft niedrigen Insulinspiegels können hingegen ein hoher Blutzuckerspiegel, Typ-1-Diabetes, Gewichtsverlust, Ketoazidose und Organschäden sein.
Was ist Insulin?
Insulin ist ein körpereigenes Hormon. Es hilft dem Körper, Glukose, also Zucker aus der Nahrung, zu verwerten und zu speichern. Nach dem Essen gelangt Glukose aus der verdauten Nahrung in den Blutkreislauf. Insulin transportiert den Zucker daraufhin in die Zellen, wo er als Energie genutzt wird. Wenn nicht genug Insulin vorhanden ist, bleibt die Glukose im Blut. Der Blutzucker steigt an und wird nicht in Energie umgewandelt.
Das Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Das Organ liegt direkt hinter dem Magen. Dort befinden sich winzige Zellgruppen, die sogenannten Beta-Zellen. Sie setzen Insulin in den Mengen frei, die dem aktuellen Bedarf des Körpers entsprechen. Wenn der Blutzucker etwa nach einer Mahlzeit ansteigt, geben die Beta-Zellen mehr Insulin ab, um sich dem Bedarf anzupassen.
Wie wird Insulin produziert?
Insulin wird durch Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hergestellt. Nach dem Essen werden Kohlenhydrate in Glukose zerlegt. Sie gelangt in den Blutkreislauf und lässt den Blutzucker steigen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus. Sinkt der Blutzuckerspiegel wieder, verlangsamt sich die Insulinausschüttung. Bei niedrigem Blutzucker werden auch „Gegenspieler“ des Insulins wie Glukagon aktiv. So kann der Körper konstante Blutzuckerwerte aufrecht erhalten.
Welche Funktion hat Insulin im Körper?
Das Hormon unterstützt Ihre Zellen dabei, Nährstoffe aus der Nahrung zu verwerten und zu speichern – vor allem Glukose. Doch es gibt noch weitere Aufgaben des Insulins:
- Umwandlung von Glukose in Energie: Nach dem Essen leitet Insulin die Glukose aus dem Blutkreislauf in die Zellen. Dort wird sie als Energie genutzt.
- Speicherung von überschüssigem Zucker: Ist mehr Glukose vorhanden, als der Körper gerade braucht, hilft Insulin, den Überschuss in Leber und Muskeln zu speichern. Er steht später wieder zur Verfügung – etwa zwischen den Mahlzeiten oder bei körperlicher Aktivität.
- Energiespeicherung durch Fettstoffwechsel: Sind die Glukosespeicher bereits voll, wandelt Insulin den verbleibenden Überschuss in Fett um. Das schafft eine langfristige Energiereserve.
- Proteinaufbau und die Gewebereparatur: Insulin hilft dem Körper dabei, Proteine zu bilden. So können Muskeln und Gewebe richtig wachsen und heilen.
- Blutzuckerstabilität: Insulin steuert, wie viel Glukose in die Zellen gelangt und wie viel gespeichert wird.
Was sind normale Insulinwerte?
Die Insulinkonzentration im Blut steigt und fällt im Laufe des Tages auf natürliche Weise. Sie hängt davon ab, wann Sie zuletzt gegessen haben oder wie aktiv Sie sind. Auch Faktoren wie das Alter und Gewicht spielen eine Rolle. Die folgende Tabelle mit Referenzbereichen richten sich nach den Insulinwerten (INS) des öffentlichen Gesundheitsportals Österreich. Dabei unterscheidet man zwischen Nüchterninsulin und dem Blutwert nach dem Essen.
| Zeitpunkt | Blutwert |
| Nüchterninsulin (nach 8–12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme) | Normalwert unter 25 µIU/ml (Mikro-Einheiten pro Milliliter) |
| Nach dem Essen | Je nach Person und Mahlzeit individuell. Ein kurzfristiger Anstieg über den Nüchternwert hinaus ist jedoch normal. |
Diese Zahlen sind nur ein allgemeiner Richtwert. Der Insulinwert kann je nach Labor, verwendetem Test und Mensch variieren. Für eine persönliche Beratung wenden Sie sich bitte immer an eine Ärztin oder einen Arzt.
Was verursacht zuviel Insulin im Blut?
Ein hoher Insulinspiegel – auch Hyperinsulinämie genannt – tritt häufig auf, wenn die Körperzellen nicht richtig auf das Hormon reagieren. Wenn die Wirkung von Insulin nachlässt, wird dies auch Insulinresistenz genannt. Um das auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin. Häufige Ursachen hierfür sind:
- Eine Ernährung mit einem hohem Anteil an Zucker und raffiniertem Kohlenhydraten
- Übergewicht oder Fettleibigkeit
- Bewegungsmangel oder geringe körperliche Aktivität
Was sind die Symptome eines hohen Insulinspiegels?
Wenn sich zu viel Insulin in den Blutbahnen befindet, macht sich das anhand bestimmter Anzeichen bemerkbar. Zu den Symptomen gehören etwa:
- Verstärkter Hunger
- Gewichtzunahme, insbesondere im Bauchbereich
- Müdigkeit oder Energielosigkeit
- Gehirnnebel oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Schwitzen oder Zittern
- Schneller Herzschlag
- Stimmungsschwankungen oder Gereiztheit
Welche Folgen hat eine erhöhte Produktion von Insulin?
Ein anhaltend hoher Insulinspiegel kann langfristige Folgen für Ihre Gesundheit haben. Zu ihnen gehören unter anderem:
- Übergewicht
- Insulinresistenz und somit ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes
- Größeres Risiko für Herz- und Gefäßprobleme wie Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin
- Leichte chronische Entzündungen
- Störung des Hormonhaushalts mit möglichen Folgeerkrankungen wie PCOS
- Reaktive Hypoglykämie (Unterzuckerung), bei der der Blutzuckerspiegel nach einer überschießenden Insulinausschüttung zu stark abfällt
Welche Ursachen hat ein niedriger Insulinwert?
Ein niedriger Insulinspiegel oder Insulinmangel tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug von dem Hormon produzieren kann. Einige häufige Ursachen sind:
- Typ-1-Diabetes: Das körpereigene Immunsystem greift die Bauchspeicheldrüse an. Es zerstört die Beta-Zellen, die Insulin produzieren.
- Schädigung der Bauchspeicheldrüse: Schwere Entzündungen (Pankreatitis), Operationen oder Tumore können die Insulinproduktion verringern.
- Genetische Probleme: Seltene Erbkrankheiten können dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse wenig oder gar kein Insulin produziert.
- Schwere Erkrankungen: Schwere Infektionen – etwa eine Sepsis – oder Langzeiterkrankungen können den Insulinspiegel vorübergehend senken.
- Hormonstörungen: Probleme mit anderen Hormonen, die das Insulin steuern – wie Wachstumshormone oder Cortisol – können den Insulinspiegel senken.
Was sind die Symptome eines niedrigen Insulinspiegels?
Bei niedrigem Insulin kann der Blutzuckerspiegel stark ansteigen. Typische Symptome sind dann:
- Starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
- Verschwommenes Sehen
- Langsame Wundheilung
Welche Folgen hat ein niedriger Insulinspiegel?
Ein niedriger Wert des Hormons kann verschiedene Gesundheitsprobleme verursachen. Ohne ausreichend Insulin gelangt die Glukose nämlich nicht richtig in die Zellen und sie werden somit nicht mit der benötigten Energie versorgt. Zu den langfristigen Folgen gehören etwa:
- Hoher Blutzucker (Hyperglykämie): Ohne genug Insulin sammelt sich Glukose im Blut an.
- Typ-1-Diabetes: Ein niedriger Insulinspiegel ist das Hauptproblem bei dieser Form von Diabetes mellitus.
- Gewichtsverlust: Da die Zellen keinen Zucker als Energie nutzen können, baut der Körper Fett und Muskeln ab.
- Ketoazidose: In schweren Fällen verbrennt der Körper Fett zur Energiegewinnung. Er produziert dabei gefährliche Ketone, die sich im Blut ansammeln können.
- Sehstörungen: Zu viel Glukose kann mit der Zeit die Blutgefäße in den Augen schädigen.
- Nierenschäden: Ein langfristig hoher Blutzucker aufgrund eines niedrigen Insulinspiegels kann die Nieren schädigen.
- Nervenschäden: Ein hoher Blutzuckerspiegel kann die Nerven schädigen. Das führt zu Taubheitsgefühlen oder Schmerzen – insbesondere in Händen und Füßen.
Wie können Sie einen gesunden Insulinspiegel unterstützen?
Sie können einen gesunden Insulinspiegel fördern, indem Sie gesunde Gewohnheiten entwickeln. Durch Ernährung und Bewegung etwa bleibt der Blutzucker stabil. Die folgenden Maßnahmen können einen Unterschied machen:
- Ernähren Sie sich gesund: Wählen Sie Vollwertkost wie Obst, Gemüse, mageres Eiweiß und ballaststoffreiche Lebensmittel. Diese helfen Ihrem Körper, Zucker langsam aufzunehmen und Blutzuckerspitzen werden reduziert.
- Seien Sie aktiv: Bewegung verbessert die Insulinsensitivität.
- Schlafen Sie ausreichend: Schlechter Schlaf kann die Insulinregulation beeinträchtigen.
- Bauen Sie mit Stress ab: Stresshormone können die Insulinwirkung beeinträchtigen. Versuchen Sie, sich durch tiefes Atmen, Meditation oder leichte Bewegung zu entspannen.
- Essen Sie zu regelmäßigen Zeiten: Wenn Sie jeden Tag zur gleichen Zeit essen, bleibt Ihr Blutzucker stabil. Plötzliche Insulinspitzen werden reduziert.
- Wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt: Wenn Sie sich Sorgen um Ihren Insulin- oder Blutzuckerspiegel machen, kann eine Ärztin Ihre Werte überprüfen und Sie individuell beraten.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Insulin und Diabetes?
Typ-1-Diabetes tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse wenig oder kein Insulin produziert. Der Körper kann Glukose dadurch nicht richtig verarbeiten. Typ-2-Diabetes entwickelt sich, wenn die Zellen gegen Insulin resistent sind. Die Glukoseaufnahme wird dadurch verringert. Bei beiden Formen müssen Menschen mit Diabetes ihren Insulin- und Blutzuckerspiegel überwachen.
Sind Insulininjektionen nur für Diabetes geeignet?
Insulininjektionen werden in erster Linie bei Typ-1-Diabetes eingesetzt. Auch einige Menschen mit fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes müssen sich Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Es gibt verschiedene Insulinarten – etwa kurzwirksame und langwirksame Präparate. Die Wahl hängt vom individuellen Bedarf ab. Menschen ohne Diabetes benötigen in der Regel keine Insulintherapie. Ihr Körper produziert das körpereigene Peptid auf natürliche Weise und reguliert es selbst.
Kann der Insulinspiegel zu Hause gemessen werden?
Heimglukosemessgeräte messen den Blutzucker, nicht das Insulin im Blut. Um den Insulinspiegel selbst zu messen, ist in der Regel ein Labortest nötig. Eine Ärztin oder ein Arzt kann den Insulinblutwert vor und nach den Mahlzeiten beurteilen und den Stoffwechsel bewerten. So lassen sich auch eine Insulinresistenz frühzeitig feststellen und Erkrankungen wie Diabetes oder Prädiabetes besser behandeln.
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